Deutliches Wachstum durch neue Produkte und neues Marketing
Heideldruck schlägt leisere Töne an

Die Heidelberger Druckmaschinen AG gibt sich in ihrer Prognose moderat. Vieles hänge am US-Markt. Dennoch will der Konzern in den kommenden Jahren mit zweistelligen Raten wachsen.

jkn HEIDELBERG. Bernhard Schreier, Vorstandschef der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heideldruck), rudert angesichts der schlechteren Konjunkturaussichten lieber zurück: Das ursprüngliche Ziel, bei Umsatz und Ergebnis um 10 % zulegen zu wollen, nahm der Manager bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag nicht mehr in den Mund. Schreier ließ sich nur die Aussage entlocken, dass er gegenüber dem Rekordjahr 2000/01 (zum 31.3.) ein Plus anstrebe

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Der Vorstandschef verwies auf die Eintrübung des US-Geschäfts. So seien die Auftragseingänge in der größten Sparte des Konzerns, dem Bogenoffset, im Nafta-Raum (Nordamerika, Kanada und Mexiko) "leicht rückläufig". Wie es weiter gehen werde, wisse man spätestens nach der US-Fachmesse "Print" in Chicago, die im September beginne

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Im ersten Quartal stiegen die Umsätze nach vorläufigen Berechnungen um 5 %. Die Auftragseingänge gingen um 28 % zurück, was nach den Worten von Herbert Meyer, Finanzchef von Heidelberger, aber auf den hohen Vorjahreswert durch die Fachmesse Drupa zurückzuführen ist.

Grund für Pessimismus sieht Schreier gleichwohl nicht. Er erwartet, dass der Umsatz von zuletzt 5,3 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2000/01 binnen fünf Jahren auf 8 Mrd. Euro ansteigen wird. "Wir wollen in den nächsten Jahren jeweils zweistellig wachsen", so Schreier.

Auch Analysten zeigten sich von den Zahlen des ersten Quartals nicht beunruhigt. "Kein Unternehmen wird sich der weltweiten Abschwächung komplett entziehen können", sagte Bernd Laux von der Bank CAI Cheuvreux. Wenn sich die US-Konjunktur zum Jahresende wieder erholen sollte, sei Heidelberger eines der wenigen Unternehmen, das weitgehend unbeschadet aus der Situation herauskommen werde.

Schreier gründet seinen Optimismus auf neue Produkte etwa in der Sparte Zeitungsrotationen. Gleichzeitig denkt das Management über Akquisitionen in der Weiterverarbeitung (Finishing) nach, um auch dort die weltweit führende Position zu erreichen. Im Digitaldruck soll der Marktanteil bei Schwarz-Weiß-Maschinen innerhalb von fünf Jahren von 17 % auf 30 % wachsen. Auch für die Farbvariante Nexpress 2100 lägen bereits zahlreiche Anfragen vor

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Schreier bekräftigte sein Interesse, mittelfristig das mit Eastman Kodak betriebene Joint Venture Nexpress zu übernehmen. Das werde aber erst dann ein Thema sein, wenn die Serienfertigung laufe. Gegenüber dem Handelsblatt hatte Kodak-Finanzchef Bob Brust vor wenigen Wochen erklärt, auch sein Unternehmen habe großes Interesse an Nexpress.

Gleichzeitig hat Heidelberger das eigene Marketing radikal umgebaut und dabei diverse Top-Positionen neu besetzt. Anstelle der Geschäftseinheiten rücken die kompletten Lösungen etwa im Digitaldruck oder im Bogenbereich in den Vordergrund. Ziel: Die Kunden sollen noch mehr Produkte aus dem Hause Heidelberg kaufen.

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