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Deutsch-russischer Bahn-Vertrag unterzeichnet

Deutschland und Russland rücken auf der Schiene näher zusammen. Am Rande der Regierungsgespräche zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wurde am Dienstag eine umfangreiche Zusammenarbeit im Reise- und Güterverkehr vereinbart.

dpa-afx SCHLESWIG. Deutschland und Russland rücken auf der Schiene näher zusammen. Am Rande der Regierungsgespräche zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wurde am Dienstag eine umfangreiche Zusammenarbeit im Reise- und Güterverkehr vereinbart. Im Mittelpunkt steht ein gemeinsamer Touristikzug, der vom kommenden Sommer an von Berlin über Kaliningrad und die baltischen Hauptstädte nach St. Petersburg fahren soll. Für rund 1 500 Euro können Touristen dann eine Woche quer durch das Baltikum reisen und im Zug wie in einem Hotel auf Rädern wohnen.

Russlands Bahnchef Gennadi Fadejew kündigte auch ein Abkommen mit Siemens über die Entwicklung von Hochgeschwindigkeitszügen an. "Bis Ende 2007 werden wir ähnliche Züge wie den deutschen ICE drei fahren", sagte er.

Bei Tempo 140 im ICE von Hamburg nach Schleswig unterzeichneten Fadejew und der Geschäftsführer der DB Autozug Gmbh, Winfried Czilwa, für den Touristikzug die Gründungsurkunde für ein Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Kaliningrad (Königsberg) mit dem provisorischen Namen Trans-Baltikum-Gesellschaft. Der Zug ist Teil des so genannten "Vierachsenprojekts", das Bahnchef Hartmut Mehdorn und seine Kollegen aus Russland, Polen und Weißrussland vor knapp zwei Jahren ins Leben gerufen hatten.

Breitere Spur

Da die russische Bahn eine breitere Spur als die Deutsche Bahn hat, werden die Räder an der Grenze eingestellt. "Wir machen kein Nostalgieprodukt, sondern bieten einen modernen Zug mit Schlafwagenabteilen an, die jeweils mit Dusche und WC ausgestattet sind", sagte Czilwa. Am Tage werde es Besichtigungstouren in den einzelnen Städten geben.

Auch der Güterverkehr auf der Schiene soll wachsen. Wie Klaus Kremper, Vorstand der DB-Frachttochter Railion, mitteilte, beträgt der Anteil grenzüberschreitender Eisenbahntransporte von Russland über Polen nach Deutschland derzeit lediglich zwei Prozent (730 000 Tonnen pro Jahr). Ziel sei es, durch attraktivere Angebot den Anteil zunächst mindestens zu verdoppeln. Die Gründung eines gemeinsamen Güterverkehrsunternehmens mit Russland stehe unmittelbar bevor.

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