Archiv
Deutsche Aktien gehen leichter aus dem Handel

Gewinnmitnahmen und eine wieder zunehmende Unsicherheit angesichts möglicherweise bald bevorstehender Militärschläge der USA haben nach Händlerangaben die deutschen Standardwerte am Montag um knapp 1,6 % fallen lassen.

rtr FRANKFURT. Im Blickpunkt eines von starken Kursschwankungen geprägten Handelstages standen die deutschen Bankenwerte, die unter dem Eindruck möglicher Stellenstreichungen und in einer europaweit schwächer tendierenden Branche deutlich nachgaben.

Die Commerzbank-Titel verloren mehr als fünf Prozent auf 17,00 ?. Aus Bankenkreisen hatte es zuvor geheißen, die Commerzbank wolle jede zehnte Stelle streichen. HypoVereinsbank büßten 6,13 % auf 29,84 ?, Deutsche Bank 5,81 % auf 56,70 ? ein.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging mit einem Abschlag von 1,58 % bei 4239 Punkten aus dem Handel, nachdem er lange mehr als zwei Prozent im Minus notiert hatte. Sieben Kursgewinnern standen 23 Kursverlierer gegenüber. Am Neuen Markt gab der Nemax50 knapp drei Prozent auf 775 Punkte nach. Nur acht der 50 Indexmitglieder konnten zu Wochenbeginn Aufschläge verbuchen. In der Vorwoche hatte der Dax mehr als 13 %, der Nemax50-Index der wichtigsten Werte am Neuen Markt rund 17 % zugelegt. Es sei sehr ungewiss, wie die Börse auf Militärschläge der USA als Reaktion auf die Anschläge am 11. September reagieren werde, sagte ein Händler. "Von einer patriotischen Reaktion, also steigenden Kursen, bis hin zu einem erneuten Kurssturz ist alles möglich."

Weitgehend unbeeindruckt zeigten sich die Aktien von dem etwas besser als erwartet ausgefallenen US-Einkaufsmanager-Index (NAPM) für September. Der an den Finanzmärkten stark beachtete Index war auf 47,0 Punkte von 47,9 Punkten im August zurückgegangen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt einen stärkeren Rückgang auf 45,5 Punkte erwartet. "Die Zahlen sind eben immer noch sehr schlecht", sagte ein Händler. Auf die Stimmung drückte am Montag auch der auf ein neues Rekordtief gefallene Reuters Einkaufmanagerindex in Deutschland und der Euro-Zone. In Deutschland fiel der Index im September auf 45,1 (Vormonat 46,4) Punkte. Damit schwinde die Aussicht auf eine Erholung der schwachen Konjunktur, sagten Analysten.

Im Blickpunkt des Handels standen neben den Banken die Papiere des Chipherstellers Infineon. Infineon büßten 4,8 % auf 12,85 ? ein, was Händler auf Gewinnmitnahmen zurückführten. Das Papier hatte am Freitag fast zehn Prozent zugelegt. Zudem senkte UBS Warburg am Montag ihr Kursziel für die Aktien auf zehn von zuvor 25 ?. Analysten verwiesen auch auf die Probleme beim japanischen Elektronikkonzern Hitachi . Einem Zeitungsbericht zufolge will Hitachi noch im Laufe des Geschäftsjahres bis Ende März 2002 die Produktion von DRAM-Speicherchips unter anderem auch in Deutschland aufgeben.

Gegen den leichteren Markttrend stiegen die Papiere von DaimlerChrysler um 3,4 % auf 33,80 ?. Firmenchef Jürgen Schrempp hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, der Bereich Mercedes Benz rechne im laufenden Geschäftsjahr mit höheren Umsätzen als im Rekordjahr 2000.

Eon rückten um 1,60 % auf 57,80 ? vor. Der Energiekonzern hatte zuvor bekannt gegeben, 34 % der Anteile des finnischen Regionalversorgers Espoon Sähkö übernommen zu haben. Darüber hinaus verkauft Eon die Verluste schreibende US-Tochter MEMC an den US-Finanzinvestor Texas Pacific (TPG).

Am Neuen Markt fielen nach Ergebniswarnungen die Aktien des Softwareherstellers Intershop und des Chip-Brokers CE Consumer um je rund 13 %. Die Gewinnerliste wurde angeführt von Morphosys, die sich bei dünnen Umsätzen um mehr als 23 % auf 33,00 ? verbesserten. Institutionelle Anleger hätten sich mit den Titeln eingedeckt, sagte ein Händler.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%