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Deutsche Aktien gehen schwächer aus dem Handel

. Die deutschen Standardwerte sind am Mittwoch Händlern zufolge im Zuge einer negativen US-Technologiebörse Nasdaq sowie aufgrund des am Freitag anstehenden großen Terminverfalls an der Terminbörse Eurex leichter aus dem Handel gegangen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 1,68 % tiefer bei 6620,21 Zählern.

Reuters FRANKFURTIm Mittelpunkt standen Kursverluste bei Technologietiteln. Finanztitel konnten dagegen zulegen. Der Markt wartetet Händlern zufolge zudem auf ein definitives Ergebnis der US-Präsidentenwahl. Am Neuen Markt ging der Nemax-All-Share 1,2 % tiefer bei 3248,71 Punkten aus dem Handel.

In New York stieg der Dow Jones Index am Abend MEZ um 0,39 % auf 10810 Punkte. Nachdem der Index der Computerbörse Nasdaq zu Handelsbeginn noch um mehr als ein Prozent gestiegen war, notierte er im weiteren Verlauf vor allem in Folge negativer Aktienempfehlungen von Investmentbanken 2,3 % schwächer bei 2864 Punkten. Eine Reihe von Herabstufungen habe die zuvor positive Stimmung am Markt merklich gedämpft, hieß es.

Nach einer am Vortag bekannt gegebenen Gewinnwarnung gaben die Aktien von Compaq nach. Das Papier verlor in New York 9,24 % auf 18,85 $. Händler in den USA sagten allerdings, dass der Markt nun davon ausgehen könne, dass die Talfahrt bei Technologietiteln vorerst vorbei sei. "Viele glauben, dass die Technologietitel ihren Boden gefunden haben, obwohl sie jetzt nich höher tendieren", sagte James Volk vom Wertpapierhaus D.A. Davidson and Co. "Das Schlimmste ist aber vorbei".

Nach seiner Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof der USA hat der Demokrat Al Gore das Ende seines Kampfes um die US-Präsidentschaft signalisiert. Gore wies nach Angaben seines Wahlkampfleiters William Daley am Mittwoch sein für die Nachzählungen in Florida zuständiges Team an, die Arbeit auszusetzen. Aus Parteikreisen verlautete, Gore werde in einer Ansprache am Abend das Ende seiner Kampagne um die Präsidentschaft bekannt geben.

Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt wurde zudem Händlern zufolge von dem am Freitag anstehenden Verfallstermin an der Eurex, dem sogenannten dreifachen Hexensabbat, gedämpft. Als dreifachen Hexensabbat bezeichnen Händler an der Terminbörse den einmal im Vierteljahr stattfindenden Handelstag, an dem an der Terminbörse der Future auf den Dax, die Optionen auf den Dax und die Optionen auf Aktien gleichzeitig abgerechnet werden.

Im Dax standen Verluste vor allem bei Technologietiteln im Vordergrund. Grund sei die Gewinnwarnung Compaqs sowie Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kursanstiegen. Von Kursabstrichen waren vor allem die Papiere des Chipherstellers Infineon betroffen, nachdem Credit Suisse First Boston zudem sein Kursziel für die Aktie gesenkt hatte. Das Papier verlor 3,7 % auf 50,81 Euro und zog nach Ansicht der Händler sein Mutterunternehmen Siemens mit ins Minus. SAP verloren knapp drei Prozent auf 180,30 Euro.

Die Gewinnerliste führten die Titel des Münchner Finanzinstituts Hypovereinsbank mit einem Plus von 2,67 % auf 58,52 Euro an. Die Anleger würden den Wert vermehrt suchen, nachdem das Papier zeitweise bis auf 55 Euro gefallen war, sagte Konrad Becker, Analyst bei der Merck Finck & Co.

Am Neuen Markt sorgten die Titel von des Internet-Einkaufsportals Letsybuyit.com für Aufsehen. Die Aktie stieg um mehr als 200 % auf 1,99 Euro, nachdem das Wirtschaftsministerium am Mittag die Abschaffung des Rabattgesetzes und der so genannten Zugabeverordnung bekannt gegeben hatte. Mit dem Beschluss will das rot-grüne Kabinett dem Handel mehr Spielraum für niedrige Preise und zusätzliche Kauaufanreize geben.

Die Aktie des Softwareherstellers Brokat ist Händlern zufolge nach einer Herabstufung ihres Kursziels durch eine Investmentbank unter Druck geraten. Das Papier schloss 13,79 % tiefer auf 33,45 Euro. Die Investmentbank Lehman Brothers hatte ihr Kursziel für die Aktie auf 45 Euro von 101 Euro zurückgenommen.

Die mittelgroßen Werte präsentierten sich zum Handelsende positiv. Der MDax gewann 0,24 % auf 4753,99 Punkte.



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