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Deutsche Aktien im Minus

Die deutschen Standardwerte haben am Tag nach der Leitzinssenkung in den USA im Sog von Kursverlusten bei der Deutschen Bank schwächer geschlossen.

rtr FRANKFURT. Nach einem leichteren Auftakt rutschten die Aktien nach Veröffentlichung des US-Einkaufsmanagerindexes, der ein Nachlassen der wirtschaftlichen Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe der USA signalisierte, am späten Nachmittag stärker ins Minus. Der Deutsche Aktienindex (Dax) büßte bis Handelsschluss 1,33 % auf 6704 Zähler ein. Händler sagten zudem, Investoren nutzten nun nach der US-Zinssenkung die Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen. "Wir konsolidieren heute", sagte ein Händler. Am Neuen Markt gab der alle Werte des Segments umfassende Nemax-All-Share 3,37 % auf 2706 Zähler ab, der Blue-Chip-Index Nemax 50 büßte 4,39 % auf 2672 Punkte ein.

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstagmittag, die Leitzinsen in der Eurozone unverändert zu lassen, hatte auf das aktuelle Marktgeschehen keine Auswirkung. Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwochabend wie von Marktteilnehmern erwartet den Zielsatz für Tagesgeld um 50 Basispunkte auf 5,50 % gesenkt. Als Grund dafür nannte die Fed schwache US-Konjunkturdaten und höhere Energiekosten. Der gegen 16.00 Uhr (MEZ) veröffentlichte US-Einkaufsmanagerindex fiel im Januar auf 41,2 Punkte von revidierten 44,3 im Dezember und signalisierte damit Analysten zufolge ein Nachlassen der wirtschaftlichen Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe der USA. Analysten hatten einen Indexstand von 43,6 Punkten erwartet. Die US-Börsen notierten bei Frankfurter Börsenschluss in der Verlustzone. Der Standardwerteindex Dow Jones verbuchte ein Minus von 0,2 %, der technologielastige Nasdaq-Index büßte 0,9 % ein.

Deutsche Bank im Minus



Im Dax steuerten die Titel der Deutschen Bank nach Vorlage enttäuschender Quartalszahlen den größten Punkteverlust mit 29 Punkten bei. Die Aktie schloss um 6,31 % schwächer auf 98 ?. "Die Zahlen für das vierte Quartal sind nicht gut ausgefallen", sagte Analyst Volker von Krüchten von der BHF-Bank. Bei steigendem Verwaltungsaufwand seien die Erträge insgesamt zurückgegangen. Auch gehe das Vorsteuerergebnis allein auf das Ergebnis aus Finanzanlagen zurück, was ebenfalls enttäuschend sei.

Den Zahlen der Bank zufolge sank im Schlussquartal das Vorsteuerergebnis im Vergleich zum dritten Quartal um 20 % auf 818 Mill. ?. Handelsergebnis und Überschuss seien ebenfalls gesunken. Insgesamt steigerte die Bank ihren Vorsteuergewinn im Jahr 2000 aber um 75 % auf 6,729 Mrd. ?.

Favorit des Tages waren die Aktien der Lufthansa mit einem Aufschlag von 3,69 % auf 25,82 ?. Händler führten den Kursanstieg auf einen positiven Geschäftsausblick der niederländischen Fluggesellschaft KLM zurück. Kursgewinne verbuchten auch die Titel von Fresenius Medical Care , die mit einem Plus von 3,57 % auf 88,70 ? schlossen. Ein Frankfurter Händler führte den Kursanstieg auf zwei große Investoren zurück, die in die Titel eingestiegen seien. Zudem habe das Papier daraufhin charttechnische Widerstände durchbrochen, fügte er hinzu.

Zulegen konnten auch die Titel des Bauelementeherstellers Epcos , die ein Plus von 0,75 % auf 92,24 ? verbuchten. Händler sagten, am Morgen vorgelegte Geschäftszahlen seien gut im Markt aufgenommen worden. "Der Ausblick ist zwar ein wenig schwächer, aber das scheint keinen zu interessieren", sagte ein Börsianer. Epcos hatte mitgeteilt, im Quartal den Umsatz und den Gewinn über die Erwartungen der Analysten hinaus gesteigert, allerdings das erwartete Umsatzwachstum an das untere Ende der eigenen Prognosen gestellt zu haben.

Am Neuen Markt setzten die Titel des Softwareherstellers Intershop ihre Vortagesverluste fort und schlossen 14,1 % schwächer auf 8,45 ?. Die Deutsche Bank hatte am Donnerstag mitgeteilt, sie halte es für möglich, dass sich der Kurs der Intershop-Aktie trotz der jüngsten Kursverluste nochmals halbieren könne. Intershop hatte am Mittwoch enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt. Abwärts ging es auch mit den Titeln der Internet-Bank Entrium , die bis zum Handelsende 21,2 % einbüßten. Die Gesellschaft hatte beantragt, auf Grund der Übernahme durch die italienische Bipop Carire Gruppe die Notierung am Neuen Markt einzustellen und an den Geregelten Markt zu wechseln.

Zu den größten Gewinnern gehörten die Titel der Viva Media AG mit einem Kurszuwachs von 17,4 % auf 13,50 ?. Die Aktie profitierte von einer Kaufempfehlung der Investmentbank Merrill Lynch, die als zwölf bis 18-monatiges Kursziel 19 ? nannte.

Der MDax konnte sich gegen den Markttrend stemmen und schloss 0,2 % fester.

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