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Deutsche Aktien im Wall-Street-Fahrwasser fester

Die deutschen Aktienwerte sind am Montag im Fahrwasser der freundlichen Wall Street fester aus dem Handel gegangen. Vor allem die Technologiewerte hätten - angeführt von der Deutschen Telekom - von den Vorgaben profitiert, sagten Händler.

Reuters FRANKFURT. Angesichts fehlender eigener Impulse sei der deutsche Markt den US-Börsen unmittelbar gefolgt. Der Nasdaq lag zu Sitzungsende in Deutschland gut zwei Prozent im Plus bei 2983 Punkten und der Dow Jones tendierte 0,3 % fester bei 10 747 Zählern. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 1,36 % fester bei 6782,52 Zählern. Am Frankfurter Neuen Markt stieg der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index um 4,93 % auf 3280,22 Zähler und der Nemax-50 der 50 größten Neue-Markt-Werte um 5,4 % auf 3474,95 Stellen.

Für die kommenden Tage zeigten sich die Marktteilnehmer optimistisch. Andreas Knöfler von der Berenberg Bank ging davon aus, dass der in den vergangenen Wochen beobachtete "Crash auf Raten" ausgestanden sei. Es beginne sich ein Stimmungsumschwung abzuzeichnen. Sollte dieser wirklich eintreten, sollten die Anleger schnell in den Markt zurückkehren, um den Zug nicht zu verpassen. Mit Spannung warteten die Börsianer unterdessen auf eine Entscheidung im Kampf um die US-Präsidentschaft. Das erwartete Urteil des Obersten Gerichtshofes zur umstrittenen Nachzählung im US-Bundesstaat Florida war bis zum Börsenschluss in Deutschland noch nicht gefallen. Experten gingen allerdings davon aus, dass sich die endgültige Entscheidung nur kurzfristig auf die Aktienkurse auswirken werde.

Im Mittelpunkt des Interesses standen am Montag Deutsche Telekom, die mit einem Plus von 7,06 % auf 39,59 Euro die Liste der Dax-Gewinner anführten. Händler machten vor allem die jüngsten Äußerungen des Unternehmenschefs Ron Sommer über die Expansionspläne in Osteuropa für die Kurssteigerungen verantwortlich. Knöfler vermutete zusätzlich die Kurspflege einiger institutioneller Anleger hinter den Gewinnen. Spekulationen um eine verstärkte Kooperation zwischen Chrysler und Mitsubishi und eine neue Konzernstruktur sorgten bei den Aktien von Daimler-Chrysler für ein Plus von 2,92 % auf 49,76 Euro. Ein Sprecher wollte sich nicht zu Restrukturierungen äußern, bezeichnete die Medienberichte über eine verstärkte konzerninterne Kooperation aber als "interessante Option".

Am Neuen Markt konzentrierte sich die Aufmerksamkeit im Wesentlichen auf Mobilcom und EM.TV. Erstere segelten nach den Kurseinbrüchen der vergangenen Woche auf Erholungskurs und schlossen 14,92 % im Plus bei 42,06 Euro. Bei letzteren sorgten Spekulationen um den möglichen Rücktritt des Unternehmenschefs Thomas Haffa für hohe Umsätze. Die Aktie ging 0,14 % niedriger bei 7,17 Euro aus der Sitzung.

Enorme Kurssprünge verzeichneten derweil CPU Softwarehouse, deren Papiere zeitweise knapp 80 % zulegten. Zum Sitzungsende tendierten CPU 50,18 % fester bei 4,16 Euro. Händler konnten keine spezifischen Gründe für die enormen Gewinne ausmachen und führten sie angesichts der kräftigen Verluste der vergangenen Monate auf technische Reaktionen zurück. QS Communications legten nach der Bekanntgabe einer Kooperation mit WorldCom 51,75 % auf 4,78 Euro zu. Auf der Verliererseite standen mit einem Minus von 13,35 % auf 83,00 Euro Energiekontor. Auch hier konnten Börsianer nur technische Reaktionen als Gründe angeben.

Die Nebenwerte zeigten sich unterdessen gut behauptet. Der MDax stieg um 0,35 % auf 4766,96 Zähler.



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