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Deutsche Aktien in der Verlustzone

Unerwartet schwache US-Konjunkturdaten haben am Dienstag Sorgen um die Entwicklung der US-Wirtschaft an den Aktienmärkten erneut aufkeimen lassen.

rtr FRANKFURT. Ein deutlich schwächer als erwartet ausgefallener Index zum US-Verbrauchervertrauen drückte am Nachmittag sowohl den deutschen Markt als auch die Börsen in den USA tiefer in die Verlustzone. "Wenn so eine Meldung kommt, ist es nur ganz natürlich, dass der Markt einen Schlag bekommt", sagte ein Aktienhändler. Unter starkem Abgabedruck standen die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC), nachdem das Unternehmen Händlern zufolge mit seinen Quartalszahlen enttäuscht hatte.

Der Dax schloss bei 4543 Punkten, 2,5 % unter seinem Vortagesschluss. Die nächste Unterstützung sieht Stefan Buchholz, Aktienhändler bei der DZ Bank, bei 4400 Punkten. Sollte der Index diese Marke durchbrechen, könnte vielleicht die Linie bei 4130 Zähler stützen. Am Neuen Markt fiel der Nemax-50-Index um 4,2 % auf 1025 Punkte. Der M-Dax für die mittelschweren Werte schloss um 1,8 % schwächer bei 4110 Punkten.

Mittlerweile überwiege am Markt wieder die Sorge um die konjunkturelle Entwicklung, sagte Christian Schmidt, Händler bei der Helaba. "Der Markt hat zwar die Tiefstände seit dem 11. September wieder wett gemacht, aber seit den Anschlägen hat sich auch die wirtschaftliche Situation verschlechtert." Einen Beweis dafür lieferte der Index des Vertrauens der US-Bürger in die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, den das Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board veröffentlichte.

"Das US-Verbrauchervertrauen ist ein Fiasko", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. "Es war klar, dass die Prognosen nicht erreicht werden, aber rund zehn Prozent weniger als erwartet ist extrem schlecht", fügte er hinzu. Das Conference Board hatte am Nachmittag mitgeteilt, der Index sei im Oktober mit 85,5 nach revidiert 97,0 im September auf den tiefsten Stand seit Februar 1994 gefallen. Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Rückgang auf 95,6 Punkte erwartet. Das Konjunkturbarometer ist damit den vierten Monat in Folge gesunken.

Aktienhändler Buchholz äußerte dagegen sein Unverständnis über die nachgebenden Kurse am Markt. "Die Prognose von 95 Punkten war eine Frechheit, und ich verstehe gar nicht, warum der Markt darauf reagiert." Man habe damit rechnen müssen, dass die Daten extrem schlecht ausfallen.

Im Dax führten die Aktien des Medizintechnikkonzerns Fresenius Medical Care mit einem Minus von 9,8 % auf 74 ? die Verliererliste an. Die Gesellschaft hatte am Morgen ein unter Analystenerwartungen liegendes Quartalsergebnis vorgelegt und das Ergebnisziel für das Gesamtjahr gesenkt. Unter Abgabedruck gerieten auch die Technologiewerte. Infineon verbuchten einen Abschlag von knapp acht Prozent auf 15,65 ?. Die Aktien von Siemens und Epcos gaben um 5,4 beziehungsweise vier Prozent nach. Daneben gehörten auch die Aktien der Telekom zu den deutlichen Verlierern mit einem Abschlag von 3,6 %.

Die Titel des Chemiekonzerns Degussa fielen um 7,3 % auf 25,95 ?, nachdem der Konzern am Morgen eine Gewinnwarnung ausgesprochen hatte. Im späten Verlauf erholten sich die Aktien der Deutschen Bank von ihren Tiefständen, nachdem die Nachrichtenagentur Reuters aus Kreisen erfahren hatte, dass der Gewinnrückgang des Bankhauses geringer als erwartet ausfallen werde. Die Titel schlossen mit einem Abschlag von vier Prozent auf 59,31 ?, nachdem sie zuvor auf 57,17 ? gefallen waren.

Die Aktien von Metro stemmten sich gegen den Markttrend und gewannen 1,8 % auf 37,45 ?. Händler sagten, Investoren hätten im Vorfeld der Bekanntgabe des Quartalsergebnisses am Mittwoch gekauft, da man mit einer positiven Überraschung bei den Zahlen rechne. Außerhalb des Dax zogen unter anderem die Titel des Reifenherstellers Continental das Interesse der Anleger auf sich. Nach einer Gewinnwarnung der Gesellschaft gaben die im M-Dax gelisteten Conti-Aktien um mehr als fünf Prozent auf 11,10 ? ab.

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