Deutsche Aktien notieren schwächer
Autotitel legen den Rückwärtsgang ein

Kein rasanter Start in die Woche für den deutschen Aktienmarkt: Die Kurse im Frankfurter Börsenhandel rutschten nach einem kurzzeitigen Anstieg später ins Minus. Vor allem Autoaktien, aber auch die Technologiewerte Siemens und Epcos zogen den Markt nach unten. Die Stimmung der Händler verschlechtert sich.

FRANKFURT. "Je höher du steigst, desto tiefer fällst du" - diese alte Börsenregel bescherte am Montag den Aktionären deutscher Autobauer Verluste. Am Donnerstag hatten BMW - Aktien noch ein neues Allzeit(!)-Hoch bei 47,87 Euro erklommen - eine überraschende Leistung in einem seit zwei Jahren fallenden Gesamtmarkt. Doch am Montag gerieten dann alle drei im Deutschen Aktienindex (Dax) vertretenen Autowerte - nämlich BMW, Volkswagen und Daimler-Chrysler - unter Verkaufsdruck. "Kein Wunder, diese Aktien sind zuletzt so gut gelaufen, die schrien geradezu nach Gewinnmitnahmen", sagte Andreas Kehl, Leiter des Aktienhandels bei der Deutschen Bank in Frankfurt. Der Dax beendete seinen kurzen morgendlichen Ausflug bis auf 5 400,43 schon bald wieder. Zum Schluss notierte das Kursbarometer bei 5 317,38 um 0,91 % schwächer.

Die Handelsumsätze blieben im Vorfeld des verlängerten Osterwochenendes recht gering. "Das ist heute schon bitter", klagte Analyst Alfred Kaiser vom Maklerhaus Fritz Nols über die geringe Aktivität. Deutsche-Bank- Händler Kehl erwartet, dass die Investoren sich in den kommenden zwei Wochen weiter zurückhalten werden. "Derzeit will kaum jemand große Positionen eingehen", sagte er.

Die Stimmung in den Handelssälen wird angesichts des dünnen, lustlosen Handels langsam schlechter: Vergangene Woche galt die leichte Schwäche in der Dax-Kursentwicklung noch als vorübergehende Delle in einem stabilen Aufwärtstrend. "Aber die Chancen, dass wir in den nächsten Tagen noch tiefere Kurse sehen, sind gestiegen", sagte Nols-Händler Kaiser.

Zu den Tagesverlierern im Dax zählten neben den Autoaktien zeitweise auch der Handelskonzern Metro und die Lufthansa. Händler sagten, in den vergangenen Wochen hätten diese Titel stark von der Hoffnung auf eine baldige Erholung der Konjunktur profitiert. "Jetzt fallen sie auch stärker, weil wieder mal Zweifel aufkommen, wie schnell die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt", sagte ein Frankfurter Händler. Auch einige Technologieaktien - die großen Gewinner der jüngsten Kursrally im Dax - erhielten einen Dämpfer: So mussten Siemens und Epcos bis zum Schluss kräftige Verluste hinnehmen.

An der Spitze des Dax behaupteten sich hingegen bis zum späten Nachmittag mit großem Abstand die MLP-Aktie. Der Titel des Finanzberaters kletterte in der Spitze um mehr als 3 %, gab aber einen großen Teil der Tagesgewinne wieder ab. Seit Monatsanfang sind die Titel um rund 30 % gestiegen. "Die Aktie ist sehr teuer", sagte Händler Kaiser. Aber derzeit konzentrierten sich Investoren eher auf das starke Wachstum, das MLP seit Jahren mit der Rundum-Finanzberatung von Akademikern erzielt.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Aktien verlor bis zum Schluss rund 0,5 %. Zu den größten Verlierern zählten Aktien des Anlagenbauers Metallgesellschaft mit einem Minus von fast 5 %. Händler sprachen von Verkäufen im Vorfeld der Hauptversammlung an diesem Donnerstag.

Unter den Regionalbörsen zeigte sich Stuttgart etwas fester, während die Kurse in München gut behauptet notierten. Aktien der Maschinenbaugruppe Max Holding legten kräftig zu. Kaum verändert lautete der Trend in Hannover, während Düsseldorf nur knapp behauptet, Bremen leichter und die Kurse in Hamburg schwach tendierten.

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