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Deutsche Aktien zum Auftakt schwächer erwartet

Die schlechten Vorgaben aus den USA dürften sich auch auf den deutschen Aktienmarkt auswirken, vor allem im Technologiesektor, meinen Börsianer.

rtr FRANKFURT. Die deutschen Aktienwerte dürften nach Einschätzung von Börsianern am Freitag schwächer in den Handel starten. Die Börsen in den USA hatten nach Handelsschluss in Frankfurt deutlich nachgegeben, was den deutschen Markt zunächst etwas unter Druck setzen könnte, sagte ein Händler. Auf Grund des Verfalls für Optionen und Futures an der Eurex sei es allerdings schwierig, Prognosen für den weiteren Tagesverlauf zu geben. "Wegen des Verfalls sollten wir uns eigentlich um die Marke von 5000 Punkten halten, aber ob wir das mit den Vorgaben schaffen, ist fraglich", fügte der Börsianer hinzu. Nach den Gewinnwarnungen einiger US-Technologieunternehmen dürfte die schlechte Stimmung im Tech-Sektor anhalten.

Die Citibank berechnete den Deutschen Aktienindex (Dax) vorbörslich mit 4921 Punkten, nach einem Schluss von 4934 Zählern am Donnerstag. Die Indikationen der Deutschen Bank lagen bei 4918 Zählern, das Handelshaus Lang & Schwarz sieht den Index bei 4929 Punkten. Die Indikationen der Citibank für den Nemax50 lagen vor Handelsbeginn bei 1138 Punkten, nachdem der Blue-Chip-Index des Neuen Marktes bei 1157 Zählern aus dem Handel gegangen war. Lang & Schwarz berechnete den Nemax50 mit 1150 Punkten.

In den vergangenen zwei Tagen hatten Händler des öfteren darauf verwiesen, dass der Dax im Vorfeld des Verfalltermins um die Marke von 5000 Zählern pendelte. Marktteilnehmer seien daran interessiert gewesen, den Future bei 5000 Punkten zu halten. "Deswegen sollten wir auch heute in Richtung 5000 Punkte marschieren", sagte ein Frankfurter Börsianer. Allerdings sei die Stimmung durch die Vorgaben in den USA recht negativ, fügte ein anderer Händler hinzu. Gewinnwarnungen von den Technologieunternehmen Juniper Networks und Jabil Circuit hatten Hoffnungen auf eine rasche Erholung der US-Konjunktur an den Märkten in New York getrübt und vor allem die Technologiewerte deutlich belastet. Der Blue-Chip-Index Dow Jones Industrial schloss 0,84 % schwächer auf 9985 Punkten, der technologielastige Nasdaq-Index verlor 3,24 % auf 1918 Zähler.

Am deutschen Markt könnten die Papiere des Halbleiter-Herstellers Infineon Interesse auf sich ziehen. Der Konzern führt nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Toshiba nach eigenen Angaben nun mit drei taiwanischen Anbietern Gespräche über eine Kooperation bei Speicherchips, sieht sich aber nicht unter Zugzwang. Die Papiere von Adidas Salomon dürften nach Händlereinschätzung ebenfalls im Fokus stehen, nachdem der weltgrößte Sportbekleidunghersteller Nike im zweiten Quartal 2001/2002 den Reingewinn um acht Prozent gesteigert hatte und damit am oberen Ende der Analysten-Prognosen lag.

Am Neuen Markt dürften die Aktien des finanziell angeschlagenen IT-Dienstleister m+s Elektronik Händlern zufolge unter Druck geraten. Das Unternehmen muss nach eigenen Angaben möglicherweise Insolvenz anmelden. Die Lieferanten hätten die Belieferung der m+s weitgehend eingestellt, teilte das in Niedernberg bei Aschaffenburg ansässige Unternehmen am Donnerstagabend nach Börsenschluss mit.

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