Deutsche Anbieter melden Rekordzugriffe
Internet verlässlichste Verbindung nach Terror

Das Internet hat sich nach den verheerenden Anschlägen in den USA als verlässlichstes Kommunikationsmittel erwiesen, während Mobiltelefone und Telefonleitungen blockiert waren. Rekordzugriffe waren die Folge.

afp/rtr SAN FRANCISCO/HAMBURG. "Telefonisch konnte man niemanden erreichen, also haben sich die Leute über E-mail nach ihren Freunden und Verwandten erkundigt", sagt die Technologie-Journalistin Lisa Napoli in San Francisco. Die Telefonleitungen waren zwar Experten zufolge überlastet, aber die Computerverbindungen hielten stand, da das Internet sich bei verstopften Leitungen oder abgestürzten Servern alternative Wege suchen kann.

Das Internet habe sich nach den Anschlägen am Dienstag morgen schnell wieder erholt und am Abend schon wieder so gut wie normal funktioniert, berichtet die Technologiefirma Matrix.Net. "Am Morgen gab es einen schweren Einbruch, aber insgesamt hat das Internet sehr gut funktioniert", sagt Bill Jones von Keynote Systems, einer weiteren Internetfirma.

Auf Yahoo wurden Chatrooms eingerichtet, wo Internetteilnehmer sich über die Anschläge austauschen, über mögliche Verdächtige spekulieren und den Opfern ihr Beileid aussprechen konnten. "Haltet durch! ist alles, was ich sagen will", schrieb jemand auf der beliebten Internetseite Craigslist.org . "New York ist die Mitte des Universums - und das seid Ihr noch immer, egal, was diese Verrückten versuchen."

Deutsche Anbieter mit Rekordzugriffen

Die großen Internet-Anbieter in Deutschland verbuchten infolgedessen Rekordzugriffe auf ihre Nachrichten-Sites. Im Nachrichtenbereich auf www.t-online.de habe es am Dienstagabend im Vergleich zum üblichen Aufkommen dreifache Zugriffszahlen gegeben, sagte ein T-Online-Sprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Zahlen nannte er nicht. Ein Video, das das in den zweiten Turm des New Yorker World Trade Centers rasende Flugzeug zeigt, wurde auf der Website von Freenet Unternehmensangaben zufolge am Dienstagabend 60 000 Mal abgerufen.

Die Site freenet.de sei binnen sieben Stunden nach Beginn der Anschlagserie rund eine Million Mal aufgerufen worden, sagte eine Unternehmenssprecherin. "Das ist immens und liegt weit über dem Üblichen", fügte sie hinzu. Vergleichszahlen nannte die Sprecherin nicht. Probleme durch überlastete Server habe es bei Freenet nicht gegeben. Allerdings habe die Freenet-Redaktion bei der Nachrichtenproduktion einspringen müssen, nachdem die Zulieferung durch die Agentur AFP unterbrochen worden sei.

T-Online setzte zusätzliche Server ein

Bei T-Online wurden den Angaben zufolge zusätzliche Server eingesetzt, um eine Überlastung der Sites zu verhindern. So hätten Probleme verhindert werden können, hieß es. Bei AOL Deutschland gab es einem Sprecher zufolge nach ersten Erkenntnissen keine Probleme. "Soweit wir das bisher überblicken können, lief alles normal", sagte der AOL-Deutschland-Sprecher. AOL Deutschland gehört zu dem US-Konzern AOL Time Warner, der seinen Sitz unter anderem in New York hat. Die Nachrichten-Sites seien vermehrt aufgerufen worden, sagte der Sprecher. Auch seien die Telegramm-Funktion und der Instant Messenger, mit dem Nachrichten an andere AOL-Nutzer in Echtzeit verschickt werden können, überdurchschnittlich genutzt worden. Wer Freunde und Bekannte kontaktieren wollte, sei wegen des überlasteten Mobilfunknetzes offenbar auf diese Kommunikation ausgewichen.

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