Deutsche Athletin Seeger mit fünftem Rang zufrieden
Griechin geht sensationell zu Gold

Athanasia Tzoumeleka hat bei den Olympischen Spielen in Athen überraschend das 20 km Gehen der Frauen gewonnen. Die Griechin verwies am Montag in 1:29:12 Stunden die favorisierte Europameisterin Olimpiada Iwanowa aus Russland (1:29:16) auf Rang zwei. Dritte wurde die Australierin Jane Saville in 1:29:25 Stunden. Melanie Seeger aus Potsdam belegte in 1:29:52 Stunden einen ausgezeichneten 5. Platz.

HB ATHEN. Nach der Tortur auf dem heißen Asphalt jubelte Melanie Seeger trotz der knapp verpassten Medaille ausgelassen über Platz fünf. "Ich habe mich voll ausgekotzt und bin so glücklich darüber, Wahnsinn", strahlte die 27-Jährige nach ihrer prächtigen Energieleistung im 20 km Gehen. Nur 40 Sekunden nach der von ihren Landsleuten frenetisch gefeierten Sensationssiegerin Athanasia Tsoumeleka (Griechenland) erreichte die Potsdamerin das Ziel, wo sie ihre Arme triumphierend in die Höhe reckte. "Das ist ein Supererfolg. Ich habe nicht mit Platz fünf gerechnet, wollte unter die besten Acht oder Zehn", sagte die Freundin von Rennkanute Tim Wieskötter. Ihre Vereinskameradin Sabine Zimmer wurde 16.

Gleich drei Mal musste sich Melanie Seeger übergeben, zuletzt kurz vor dem Stadion. Trotzdem hatte sie noch die Kraft, sich um zwei Positionen zu verbessern und nach den Rängen sieben und acht bei den Weltmeisterschaften 2001 und 2003 ihre bisher beste sportliche Platzierung zu erkämpfen. "Heute gehst du mit, solange du kannst", lautete ihre Devise, die sie in die Tat umsetzte. Obwohl sie nach etwa der Hälfte der Strecke Probleme hatte, kämpfte sie sich wieder heran und hielt bis in die Endphase mit.

Den Erfolg hatte die Potsdamerin im Höhentrainingslager in Bulgarien vorbereitet. "Ich will noch vier Jahre machen, jetzt kommt meine Zeit. Schon nächstes Jahr will ich eine WM-Medaille", kündigte Seeger an. Sie ist froh, dass sie durch ihre Olympia-Platzierung weiterhin die Sporthilfe in Anspruch nehmen und sogar mit mehr Geld als bisher rechnen kann. "In anderen Disziplinen wird zu viel Geld verdient. Bei uns Gehern steht der Sport im Mittelpunkt, nicht das Geld. Wir wollen Erfolg, das zahlt sich jetzt aus", sagte sie.

Zur großen Siegerin avancierte Athanasia Tsoumeleka. Die WM-Siebte des Vorjahres bescherte den durch den Doping-Skandal um die Sprinter Kostas Kenteris und Ekaterini Thanou arg gebeutelten Gastgebern das erste Leichtathletik-Gold und wurde dafür auf ihrer Ehrenrunde entsprechend gefeiert. Lohn der Anstrengung sind 130 000 ? Prämie und die Aussicht auf einen lebenslangen Job bei Armee oder Polizei.

Tsoumeleka hatte die Vorentscheidung vor dem 18. Kilometer gesucht, als sie mit einer Tempoverschärfung die Spitzengruppe auseinander riss. Zwar konnte die zweimalige Weltmeisterin Olimpiada Iwanowa (Russland) kurz vor dem Stadion noch einmal aufschließen, mit einem erneuten Zwischenspurt hielt die Griechin ihre Rivalin aber auf Distanz und siegte in 1:29:12 Stunden. "Es hat mich motiviert, was mit Kostas Kenteris und Ekaterini Thanou geschehen ist. Ich bin überzeugt, dass sie keine Schuld haben", sagte die Olympiasiegerin.

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