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Deutsche Ausfuhren weiter gestiegen - Dämpfer für China-Exporte

Der Export-Boom nach China hat erstmals seit 1990 einen Dämpfer bekommen. Im dritten Quartal sanken die deutschen Ausfuhren in die Volksrepublik im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,5 Prozent auf fünf Mrd. Euro, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mit.

dpa-afx WIESBADEN. Der Export-Boom nach China hat erstmals seit 1990 einen Dämpfer bekommen. Im dritten Quartal sanken die deutschen Ausfuhren in die Volksrepublik im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,5 Prozent auf fünf Mrd. Euro, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mit. In den beiden Vorquartalen hatte es noch Wachstumsraten von 27,9 beziehungsweise 26 Prozent gegeben. Von Januar bis September liegt das Exportplus damit bei 16 Prozent.

Das letzte Minus bei Exporten nach China hatte es nach Angaben der Statistiker von 1989 auf 1990 gegeben. Seit einigen Jahren verzeichnet der deutschen Handel mit dem riesigen Land ein Rekordwachstum. Eine Erklärung für den Rückgang konnte das Statistische Bundesamt nicht geben. Aus Deutschland seien von Juli bis September weniger Kraftfahrzeuge und Fahrzeugteile sowie Eisen- und Stahlerzeugnisse nach China exportiert worden.

Japan-Exporte Kommen IN Schwung

Die Ausfuhren nach Japan kommen dagegen nach mehreren schlechten Jahren wieder in Schwung. Im dritten Quartal exportierte die deutsche Wirtschaft Waren im Wert von 3,3 Mrd. Euro nach Japan, 8,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Von Januar bis September gab es ein Exportplus von 9,9 Prozent. Damit ist der Negativtrend seit 2001 gebrochen.

Auch die deutschen Ausfuhren in die USA steigen weiter, wenn auch nicht mehr so stark wie im zweiten Quartal. Von Juli bis September gingen 4,3 Prozent mehr Waren "Made in Germany" in die USA, ihr Wert lag bei 16,1 Mrd. Euro. Im zweiten Quartal hatte es noch einen Zuwachs von 9,3 Prozent gegeben. Die Wechselkurse dürften kaum der Grund für die nachlassende Dynamik sein, da der Euro erst im Oktober zu seinem dauerhaften Höhenflug ansetzte.

EU-Staaten Bleiben Handelspartner Nummer 1

Wichtigste Ausfuhrländer für die deutsche Wirtschaft bleiben mit Abstand die 25 Mitgliedstaaten der EU. Die Exporte in die EU-Länder nahmen im dritten Quartal um neun Prozent auf 113,9 Mrd. zu. Dabei war das Wachstum bei Ausfuhren in die Eurozone mit einem Plus von 11,7 Prozent deutlich stärker als der Zuwachs bei Ausfuhren in die Nicht-Euro-Länder. Überdurchschnittlich wuchsen die Exporte in das Nachbarland Frankreich (plus 12,2 Prozent auf 18,2 Mrd. Euro).

Insgesamt führten die deutschen Unternehmen im dritte Quartal Waren im Wert von 180,4 Mrd. Euro aus, 8,5 Prozent mehr als im Vorquartal. Damit schwächte sich das Exportwachstum im Vergleich zu den beiden Vorquartalen ab. Im zweiten Quartal hatte es noch ein Plus von 14,4 Prozent gegeben, im ersten Quartal lag der Zuwachs bei 8,8 Prozent. Die Importe stiegen im dritten Quartal um 12,4 Prozent auf 143,8 Mrd. Euro.

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