Deutsche Autoindustrie lahmt weiter: Autoindustrie wartet auf Impulse

Deutsche Autoindustrie lahmt weiter
Autoindustrie wartet auf Impulse

Das Ende des Kriegs im Irak könnte nach Einschätzung des Branchenverbands VDA der deutschen Automobilindustrie einen Wachstumsimpuls geben. Allerdings zeigen die Auftragseingangszahlen im März, dass eine Belebung der Autokonjunktur nach wie vor nicht absehbar ist.

Reuters MÜNCHEN/FRANKFURT. Er sei fest davon überzeugt, dass das Kriegsende einen "unglaublichen Erleichterungseffekt" auf die Märkte haben werde, sagte Bernd Gottschalk, Präsident des Verbands der Automobilindustrie, am Mittwochabend im Münchener Club Wirtschaftspresse. Wenn sich die Verunsicherung gelegt habe, rechne er damit, dass dies auch einen Schub für die Branche geben könne und werde. "Deshalb sage ich: Schreibt dieses Jahr nicht zu früh ab." Im März erhielt die Branche allerdings einen Dämpfer: So sanken die inländischen Auftragseingänge um sieben Prozent, während die Neubestellungen aus dem Ausland um fünf Prozent abnahmen. Dennoch hält der VDA für 2003 an seinen Prognosen fest.

"Ich sehe auf Grund der Quartalsergebnisse überhaupt keinen Anlass, von unserer Prognose Abstand zu nehmen", sagte Gottschalk. Der rückläufige Auftragseingang war erwartet worden, nachdem - unter anderem wegen Kaufanreizen und bevorstehenden Preiserhöhungen - im Februar die Inlandsorders extrem stark um 16 % zugelegt hatten. "Ich würde das nicht als Beinbruch bezeichnen", resümierte der Präsident mit Blick auf die März-Zahlen. Bezogen auf das erste Quartal sei der Auftragseingang aus dem Inland um nur ein Prozent gesunken, bei Auslandsorders habe das Minus zwei Prozent betragen. Allerdings sei die Situation weiter äußerst fragil: "Wir leben nach wie vor ein bisschen von der Hand in den Mund." Der VDA rechnet 2003 in Deutschland mit 3,25 Mill. neu zugelassenen Pkws und mehr als fünf Mill. produzierten Autos. Der Export soll etwa 3,55 Mill. Einheiten erreichen.

Die Produktion von Autos und Kombis stieg im März nach VDA-Angaben im Vergleich zum Vormonat um sechs Prozent auf 464 700 Einheiten. Die Neuzulassungen gingen mit 318 000 Fahrzeugen - darunter 115 000 Autos ausländischer Marken - leicht um ein Prozent zurück. Weiter positiv entwickelte sich der Export: Die Pkw-Ausfuhren stiegen im März um zehn Prozent auf 326 400 Einheiten. Bei den Nutzfahrzeugen sanken im März die Neuzulassungszahlen. Hier wurde ein Rückgang um acht Prozent auf 22 600 Fahrzeuge verzeichnet. Die Produktion verringerte sich zugleich um zwei Prozent auf 30 600.

Für den April wollte Gottschalk keine Prognose wagen, eine Belebung der Autokonjunktur zeichnet sich seinen Worten zufolge bislang aber nicht ab. "Ich kann ihnen sagen, dass sich bislang keine spürbaren Veränderungen gegenüber den ersten drei Monaten erkennen lassen", sagte der VDA-Präsident.

Der heftige Streit zwischen Bundesregierung und der Bush-Administration in der Irak-Frage hat dem VDA zufolge die deutschen Autobauer bislang nicht belastet. "Ich glaube, dass wir bislang keine nennenswerten quantitativen Auswirkungen auf den Absatz in Nordamerika haben", sagte Gottschalk. Im März seien die Pkw-Neuzulassungen in den USA um sechs Prozent auf knapp 700 000 Einheiten gesunken. Die deutschen Hersteller hätten hingegen nur einen Rückgang um 3,7 % verbuchen müssen.

Heftige Kritik übte Gottschalk an der Politik der rot-grünen Koalition in Berlin. Das im Vermittlungsausschuss vereinbarte Verbot so genannter Mehrmütterorganschaften passe "nicht in die Landschaft" und werde insbesondere Zulieferer belasten, sagte er. Das voraussichtliche Scheitern der geplanten Erhöhung der Dienstwagensteuer werde aber dazu beitragen, Verunsicherung abzubauen. Alleine die Diskussion um die Erhöhung habe dazu geführt, dass die Nachfrage nach Firmenwagen in den vergangenen vier Monaten um im Schnitt 18 % eingebrochen sei.

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