Deutsche BA lässt Türen verriegeln
Kosten für Sicherheit belasten die Lufthansa erheblich

Die Lufthansa rechnet als Folge der Anschläge in den USA mit einem Ansteigen der Kosten für Sicherheitsvorkehrungen um rund ein Viertel.

rtr MÜNCHEN. Vorstandsmitglied Wolfgang Mayrhuber sagte der "Süddeutschen Zeitung" in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview, schon vor den Anschlägen hätten die jährlichen Kosten der Lufthansa für Sicherheitschecks in Deutschland rund 600 Mill. DM und für den Rest der Welt weitere 100 Mill. DM betragen. Der Zusatzaufwand als Folge der Anschläge vom 11. September werde beträchtlich sein. "Wir rechnen mit einer Steigerung der Kosten für Sicherheit um etwa 25 %", sagte Mayrhuber.

Mit Blick auf die Umsatzausfälle durch die zeitweiligen Einschränkungen des Flugverkehrs und die nun zu verzeichnende Zurückhaltung der Kunden sagte der für den Bereich Passage zuständige Lufthansa-Vorstand, Kostenreduzierungen als Reaktion reichten nicht aus. "Die Airline-Industrie vernichtet derzeit mehr Ertrag, als sie in den vergangenen drei bis vier Jahren verdient hat." Eigentlich müssten daher auch die Preise für die Flugtickets um etwa zehn Prozent erhöht werden. Ein Lufthansa-Sprecher sagte dazu auf Anfrage, einen entsprechenden Beschluss dazu gebe es noch nicht.

Am Vortag hatte Vorstandsmitglied Thierry Antinori die Mehrkosten für die schärferen Sicherheitsvorkehrungen auf etwa zehn Dollar pro Ticket beziffert und einen Sicherheitszuschlag bei den Flugpreisen angekündigt. Gleichzeitig hatte er ein einvernehmliches Vorgehen aller Fluglinien hierbei angeregt.

Die Fluggesellschaften leiden besonders stark unter den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das US-Verteidigungsministerium in Washington, die mit gekaperten Passagiermaschinen verübt worden waren. Zahlreiche Fluglinien hatten nach den Anschlägen ihre Kapazitäten reduziert und Gewinnwarnungen samt Stellenstreichungen veröffentlicht. Die Lufthansa hatte vor einer Woche ebenfalls mitgeteilt, als Folge der Anschläge werde es höchster Anstrengungen bedürfen, um einen operativen Verlust in diesem Jahr zu vermeiden.

Ergebniseinbußen von 80 Mill. Euro

Vorstandsmitglied Mayrhuber bekräftigte in dem Gespräch mit der Zeitung zudem frühere Angaben des Unternehmens, wonach die Lufthansa allein durch die Umleitung der Flugzeuge nach den Anschlägen und durch unmittelbare Stornierungen Ergebniseinbußen von 80 Mill. ? erwarte. Preisreduzierungen, wie sie andere Fluglinien in anderen Krisen eingeführt hätten, brächten diesen zwar kurzfristig mehr Passagiere, mittelfristig jedoch den wirtschaftlichen Ruin. "Lufthansa hat genügend Substanz, um aus eigener Kraft einen solchen Prozess durchzustehen", sagte Mayrhuber.

Deutsche BA lässt ab sofort Cockpit-Türen verriegeln

Als erste Fluggesellschaft in Deutschland lässt die Deutsche BA ab sofort die Türen zwischen Passagierkabine und Cockpit elektronisch verriegeln und reagiert damit auf die Anschläge von New York und Washington. So könnten sich Unbefugte keinen Zugang mehr zum Arbeitsplatz des Piloten verschaffen, teilte die Tochter von British Airways am Mittwoch in München mit. Die Verriegelung sei von vornherein in die Cockpit-Türen der Boeing-737-Flotte eingebaut. Sie müsse vom Piloten vor dem Start aktiviert und dürfe erst nach der Landung wieder gelöst werden. Piloten und Besatzung verständigen sich künftig per Bordtelefon.

Auch an den Einsatz von bewaffneten Sicherheitskräften, so genannter "Sky Marshals", sei gedacht, teilte die Deutsche BA weiter mit. Die Fluggesellschaft stehe dazu in Kontakt mit dem Bundesinnenministerium. Lufthansa-Chef Jürgen Weber hatte bereits am Montag den Einsatz von Sky Marshals angeordnet und angekündigt, dass die größte deutsche Fluglinie gepanzerte Cockpittüren in ihre Maschinen werde einbauen lassen.

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