Deutsche Bahn
Kommentar: Fitness für die Börse

Die Deutsche Bahn will in zwei Jahren an die Börse. Die beiden anderen einstmals staatlichen Unternehmen haben es den Bahnern vorgemacht: Telekom und Post sind zu anerkannten Werten an der Börse geworden. Doch die Bahn kämpft mit großen Problemen.

Die Deutsche Bahn will in zwei Jahren an die Börse. Die beiden anderen einstmals staatlichen Unternehmen haben es den Bahnern vorgemacht: Telekom und Post sind zu anerkannten Werten an der Börse geworden, mag der Bund auch heute noch Anteile an beiden Konzernen halten.

Mit der Bahn, zu 100 Prozent in Staatshand, geht es allerdings bei weitem nicht so schnell voran, vielleicht platzt sogar der Termin für den geplanten Börsengang. Potenzielle Investoren werden von Verlusten abgeschreckt, wegen der schwachen Konjunktur könnten die roten Zahlen explodieren.

Andererseits wird die Deutsche Bahn von massiven strukturellen Problemen geplagt. Der Beamten-Geist ist noch immer nicht verschwunden, ein echtes Service-Denken scheint vielen Beschäftigten auch heute ein Fremdwort zu sein. Ganz gewaltig hat sich die Bahn mit ihrem Ende vergangenen Jahres eingeführten Preissystem geirrt: Die Bahnfahrer haben die neuen Preise nicht angenommen, das Staatsunternehmen hat dieses System vielmehr an den Wünschen seiner Kunden vorbeikonzipiert.

Will der Konzern seine Zielsetzung halten und in den kommenden zwei Jahren die Voraussetzungen für einen Börsengang schaffen, dann muss die Bahn vor allem schneller werden. Schneller auf Kundenwünsche reagieren, schneller Veränderungen am Markt wahrnehmen.

Doch für solch einen Sinneswandel ist die Bahn derzeit noch zu starr; bürokratische Strukturen innerhalb des Unternehmens verhindern die Neuausrichtung. Deshalb will Bahnchef Mehdorn zu Recht an den Stellenplan heran: Die Fitness für die Börse kommt dann zu Stande, wenn sich die Bahn ein schlankeres und produktiveres Korsett gibt. Andere Verkehrsunternehmen wie die Lufthansa haben gezeigt, dass das geht.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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