Deutsche Bahn setzt sich durch
Gericht untersagt Telegate Bahnauskunft

Die Telefonauskunft Telegate darf nicht weiter Zugverbindungen der Deutschen Bahn an Kunden weitergeben.

dpa KÖLN. Das Landgericht Köln untersagte Telegate am Mittwoch in einer einstweiligen Verfügung, Anrufern gegen Entgelt Auskünfte aus der frei zugänglichen Internetseite der Bahn vorzulesen. Das beeinträchtige in unzumutbarer Weise die urheberrechtlich geschützten Interessen der Deutschen Bahn (DB) als Herstellerin einer kostenintensiven Fahrplan-Datenbank. Telegate steigere seine eigene Attraktivität, indem es die Leistungen der Bahn ausbeute, hieß es in der Entscheidung (Az: 28 O 180/02).

Die Deutsche Bahn hatte nach mehrfachem schriftlichem Protest bei Telegate auf Unterlassung geklagt, da sie ihre Urheberrechte verletzt sah. Die DB wendet jährlich rund 2,5 Millionen Euro auf, um ihre Datenbank zu pflegen und zu aktualisieren.

Dem Gericht zufolge führte das Telegate-Verhalten auch dazu, dass Kunden weder die Bahn-Homepage noch die DB-Fahrplanauskunft nutzten. Dadurch werde der Bahn auch "die Möglichkeit genommen, effektive Kundenbetreuung und Kundenbindung zu betreiben". Bei Verstoß gegen das Verbot droht Telegate ein Ordnungsgeld von bis zu 250 000 Euro.

Telegate hatte argumentiert, lediglich "in nicht systematischer Weise" Zugverbindungen vorgelesen zu haben, die ohnehin jedermann zugänglich seien. Das Gericht sprach dagegen von einer "systematischen und wiederholten Nutzung".

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