Deutsche Bank attraktivster Titel der Branche
Lehman Brothers rät bei deutschen Bankentitel zu "untergewichten"

dpa-afx LONDON. Die US-Investmentbank Lehman Brothers hat die deutsche Finanzlandschaft mit den vier Großbanken Deutschte Bank, Dresdner Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank, mit "untergewichten" bewertet. Die Analystinnen Fiona Swaffield und Anke Reingen begründeten ihre Einstufung am Dienstag vorrangig damit, dass eine Fusion von Commerzbank mit der Dresdner Bank nur geringen zusätzlichen Wert bilde. Besonders das Investmentbanking und die Vermögensverwaltung würden von einem Zusammenschluss kaum profitieren. Die Deutsche Bank gilt unter den Analystinnen als attraktivster Titel unter den deutschen Finanzwerten.

Die Analystinnen betonten, in die Kurse seien bereits die zu erwartenden Erlöse aus dem Verkauf großer Teile von Unternehmensbeteiligungen eingepreist. Allerdings seien die bereits zu Beginn des Jahres angekündigten gesetzlichen Voraussetzungen durch die Steuerreform noch nicht geschaffen.

Die Renditestruktur der "Großen Vier" stütze sich vornehmlich auf die Investmentbanking-Aktivitäten. Dieses sei lediglich bei der Deutschen Bank nachhaltig ausgebildet, betonten die Expertinnen. Im Jahr 2000 dürfte der Anteil des Investmentbanking im Vorsteuerergebnis zwischen 29 % und 51 % liegen, schrieben die Expertinnen. In dieser Sparte hätten die Kreditinstitute Commerzbank und Dresdner Bank Schwächen.

Seit März des laufenden Jahres sind die Aktien der Hypo-Vereinsbank um 28 % gestiegen. Die hohe Marktkapitalisierung verbessere die Nutzung der Aktie als Währung für geplante Akquisitionen. Einschließlich der Beteiligungen sähen die Analystinnen den Fairen Wert des Börsenkurs bei 65 Euro. Sie versahen den Titel mit einer "Untergewichten"-Bewertung.

Die Commerzbank-Aktien bewerten sie mit "Neutral". Im Fall einer Fusion mit der Dresdner Bank dürfte sich der Kurs bei 38 Euro einpendeln. Gemeinsam hätten die Banken ein Kursbonus von 13 %. Sollte der Zusammenschluss nicht zustande kommen, werden die beiden Titel in der Meinung der Expertinnen deutlich an Wert verlieren und auf "Underperform" gesetzt.

Dresdner Bank-Aktien haben sich seit dem vergangenen Januar um 26 % verbilligt. Lehman Brothers legten ein Kursziel von 42 Euro fest und belegten den Titel mit einer "Neutral"-Bewertung. Die Kursentwicklung hänge in erster Linie von der Veräußerung der Beteiligungen ab, schrieben Swaffield und Reigen. Ansonsten biete die Bank kaum gewinnsteigernde Aktivitäten.

Von den vier Großbanken bleibe die Deutsche Bank die Favoritin der Analystinnen. Als "Outperform" könnte die Aktie bis auf 96 Euro ansteigen. Sie hoben neben dem Investmentbanking die Gewinn bringendene Private Banking und Vermögensverwaltungs-Bereiche hervor. Nach Umsätzen, der Gewinnlage und der Kostenstruktur ähnelte die Investbankgeschäft dem amerikanischer Banken.

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