Deutsche Bank erhält Zustimmung der Formel-1-Banken für Platzierung der Verlag-Aktien
Der Weg für Springer-Börsengang ist frei

Die Deutsche Bank ist im Fall Springer einen großen Schritt vorangekommen. Die drei Formel-1-Banken unterstützen die Platzierung der Verlags-Aktien über die Börse. Bayerische Landesbank, Lehman und JP Morgan stimmten den Plänen zur Verwertung des Pakets aus dem Besitz der Kirch-Gruppe zu.

cbu/mm/rob FRANKFURT/M. Erleichterung bei der Deutschen Bank: Die drei so genannten Formel-1-Banken Bayerische Landesbank (BayernLB), Lehman Brothers und JP Morgan Chase haben die Pläne des Instituts für einen zweiten Börsengang von Europas größtem Zeitungskonzern, dem Axel Springer Verlag, abgesegnet. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, stimmte das Bankentrio der Platzierung von gut 40 % des Hamburger Medienkonzerns an der Börse zu.

Die Frist für die Entscheidung der Formel-1-Banken war am Dienstagabend abgelaufen. Die Deutsche Bank will das Aktienpaket nach der Sommerpause breit an in- und ausländischen Investoren verkaufen. Mit einem geschätzten Wert von rund 800 Mill. Euro wäre das die mit Abstand größte Aktienemission in Deutschland in 2002. Neben der Deutschen als Konsortialführer für den zweiten Börsengang des Verlags nach 17 Jahren sehen Experten nun gute Chancen für BayernLB, Lehman und JP Morgan als weitere Konsortialmitglieder ernannt zu werden. Das brächte dem Bankentrio zusätzliche Einnahmen aus Provisionen. Sie sind Teil der Gesamtkosten für die Platzierung über rund 30 Mill. Euro, die in Bankenkreisen erwartet werden.

Das Springer-Paket stammt aus dem Besitz des Medienmoguls Leo Kirch. Er hatte von der Deutschen einen Kredit über rund 720 Mill. Euro erhalten und im Gegenzug ein erstrangiges Pfandrecht auf die Springer-Aktien eingeräumt. Nachdem die Schuld nicht pünktlich getilgt worden war, fiel das Recht für den Verkauf des Pakets an die Bank.

Das größte Hindernis für die Verwertung bildeten die Formel-1-Banken. BayernLB, Lehman und JP Morgan hatten Kirch Kredite über 1,6 Mrd. Euro für den Kauf der Rennserie Formel eins gewährt und dafür ein zweitrangiges Pfandrecht am Springer-Paket erhalten. Deshalb mussten die drei Institute den Plänen der Deutsche Bank zustimmen. Sollte der Börsengang mehr Geld einspielen als Kirch der Deutschen Bank schuldet, dann würden die Mehreinnahmen den Formel-1-Banken zustehen. Bankenkreise rechnen mit einem Überschuss von rund 50 Mill. Euro.

Ein letztes Hindernis muss die Deutsche jedoch noch überwinden. Heute um 15 Uhr wird vor dem Münchener Landgericht in der Sache Kirch gegen die Deutsche Bank verhandelt. Leo Kirch will eine einstweilige Verfügung gegen das Geldhaus durchsetzen, um zu verhindern, dass die Frankfurter ihr Pfandrecht auf die Springer-Aktien ausüben. Kirch vertritt die Meinung, dass der Ex-Chef der Deutschen, Rolf-E. Breuer mit seinen öffentlich gesäten Zweifeln an der Kreditwürdigkeit der Gruppe Kirch Media in die Insolvenz trieb.

Quelle: Handelsblatt

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