Deutsche Bank gibt Debüt in New York
US-Märkte starten im Minus

Die US-Märkte starten am Mittwoch im Minus. Der Dow Jones Index verliert in den ersten Handelsminuten 69 Punkte oder 0,8 % und notiert zur Stunde bei 8 881 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-Indikator verliert 13 Punkte oder 0,8 % und wird auf 1 479 gehandelt.

wsc NEW YORK. Der Handel auf dem New Yorker Börsenparkett steht unter Druck, nachdem am späten Dienstagnachmittag zahlreiche Unternehmen Gewinnwarnungen ausgesprochen haben. Diese dürften sich, so Marktbeobachter, im Laufe des Tages negativ auf die Kurse auswirken.

Zu den am meisten gehandelten Aktien gehört zur Wochenmitte das Papier von Eli Lilly . Das Pharmaunternehmen hat seine Gewinnschätzungen für die Fiskaljahre 2001 und 2002 drastisch gekürzt, unter anderem weil Anfang August der Patentschutz für das Antidepressivum Prozac ausgelaufen ist und die Verkäufe seither rückläufig sind. Die Deutsche Bank Alex Brown stützt Eli Lilly mit einer "Kaufempfehlung"; die Analysten meinen, die Gewinnerwartungen des Konzerns seien ohnehin überzogen gewesen. Eli Lilly verliert 6,5 %.

Am Dienstag nach Börsenschluss hat der Netzwerkanbieter Nortel eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Das kanadische Unternehmen erwartet im dritten Quartal einen Verlust von 3,6 Mrd. $ oder 1,13 $ pro Aktie. Um künftig Kosten zu sparen, wird Nortel 20 000 Mitarbeiter entlassen. Der Wert der Nortel Aktie gibt um 5,5 % nach.

Auf dem absteigenden Ast befinden sich auch die Titel der Kommunikations-Ausrüster. Cisco , Ciena , Tellabs und Qualcomm verlieren allesamt an Wert. Qualcomm hilft am Morgen auch die Meldung nicht, das Unternehmen könne die Kapazitäten der 3G-Leitungen verdoppeln und so langfristig höhere Gewinne einfahren als erwartet.

Einer der größten Verlierer ist am Morgen der Internet-Software-Provider Openwave, dessen Kurs um fast ein Drittel einbricht. Das Unternehmen hatte am Dienstagabend bekannt gegeben, dass es nicht wie vorgesehen einen Quartalsgewinn ausweisen könne, sondern das Vierteljahr im roten Bereich beenden werde. Mit Openwave fallen am Morgen die Kurse anderer Software-Provider.

Am Morgen hat auch Tiffany die Gewinnschätzungen gekürzt. Der renommierte Juwelier geht von einem Gewinn von zwölf bis 15 Cents pro Aktie für das laufende Quartal aus, im Vorjahresquartal war es das doppelte. Das Geschäft des Edel-Schmuckhändlers leidet stark unter den Terror-Attacken des 11. September. Der Kurs des Tiffany Papiers hat seither 25 % verloren. Am Morgen fällt Tiffany um 3 % und notiert auf 20,21 $.

Unter Druck dürften im Tagesverlauf auch die Automobil-Titel stehen. Am Dienstag hatten die großen Konzerne über sinkende Verkaufszahlen geklagt. Ford hat im abgelaufenen Quartal 9,9 % weniger Autos verkauft als erwartet, auch bei Daimler-Chrysler und General Motors blieben die Verkäufe deutlich hinter den Erwartungen zurück. Ford hat am Dienstag eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Zur Stunde verliert das Papier etwa 1 %, General Motors liegt 0,3 % in den Miesen.

Mit guten Nachrichten wartet am Morgen der Software-Provider Kronos auf. Das Unternehmen aus Massachusetts erwartet für das Jahr 2001 einen Gewinn von 83 Mill. bis 85 Mill. $ oder mindestens 70 Cents pro Aktie. Analysten hatten dem Papier einen Gewinn von 41 Cents pro Aktie zugetraut. Der Kurs von Kronos klettert um 21 % auf 48,95 $.

Ganze 16 % legt am Morgen das Papier des Online-Reisebüro Priceline.com zu. Goldman Sachs hat das Unternehmen aufgewertet; die Analysten sehen Priceline.com eher in der Lage, sich von dem Markteinbruch nach den Ereignissen des 11. September zu erholen als die Mitbewerber. Das Management von Priceline.com sieht den Umsatz im dritten Quartal auch nach den Terror-Angriffen auf World Trade Center und Pentagon im oberen Bereich seiner ursprünglichen Schätzungen von 280 Mill. bis 300 Mill. $. Die Konsens-Schätzung der Wall Street Analysten hatte zuletzt auf einen Umsatz von 287 Mill. $ gedeutet. Im Vorjahresquartal hatte Priceline.com einen Umsatz von 341 Mill. $ ausweisen können.

Einen großen Tag hat am Mittwoch die Deutsche Bank. Das größte europäische Bankhaus hat am Tag der Deutschen Einheit seinen Börsengang an der New York Stock Exchange. New Yorks Bürgermeister Rudy Giuliani begrüßte Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer am Morgen an der Wall Street und lobte den Schritt. "Es ist sehr wichtig, dass die Deutsche Bank jetzt Vertrauen in den Finanzplatz New York demonstriert", sagte er. Die Deutsche Bank bringt New York allerdings nicht nur Vertrauen entgegen, sondern auch einen dicken Scheck. Mit neun Millionen Dollar unterstützt das Unternehmen den Wiederaufbau der Stadt nach den Terror-Attacken des 11. September.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%