Deutsche Bank
Kommentar: Ackermanns zweiter Schritt

Der Zeitpunkt war überraschend, die Ankündigung selbst war es nicht. Der Abgang von Michael Philipp aus dem zweithöchsten Gremium der Deutschen Bank zeigt, dass das Institut sich um das größte Sorgenkind kümmert. Der Bereich "Private Kunden und Vermögensverwaltung" (PCAM) braucht eine Generalüberholung.

Michael Philipp hat sich als Motivator bei der Integration von Bankers Trust große Verdienste für die Deutsche Bank erworben, heißt es aus der Bank. "Auf Grund seiner persönlichen Situation" war jedoch seit längerem über mögliche Rückzugsabsichten gemunkelt worden. Die Schuld für das zuletzt schlechte Ergebnis liegt zwar zu einem nicht geringen Teil an der schlechten Verfassung der Märkte. Dennoch dürfte auch das Philipp, eigentlich ein Investment-Banker, nicht gerade bestärkt haben.

Nun kommt frischer Wind ins Haus, aber es bleiben Fragen. Mit Thomas Hughes übernimmt ein klassischer Vermögensverwalter die Aufgaben Philipps. Mit dem zweiten Mann jedoch, Pierre de Weck, hat die Bank Rätsel aufgegeben: Eine wirkliche Zuordnung de Wecks wie bei den anderen Mitgliedern des Exekutiv-Komitees lässt sich nicht klar erkennen. Es drängt sich der Eindruck auf, als solle der Manager erst einmal in die Bank geholt werden. Alles Weitere ergibt sich dann später.

Derjenige, der diese Frage beantworten könnte, hüllt sich (noch) in Schweigen. Auch wenn Konzernsprecher Rolf-E. Breuer den Wechsel im Management verkündet hat, trägt der Wechsel die Handschrift des ab Mai amtierenden Josef Ackermann. Längst arbeitet der Schweizer an einem Institut "seiner" Prägung. Der Personalwechsel ist dabei schon Teil des zweiten Schritts. Der erste war eine neue, nur auf ihn zugeschnittene Konzernstruktur. Besonders interessant wird vor allem Schritt Nummer drei oder die Frage, welche Form der Bereich PCAM in der Bank unter der neuen Führung annimmt.

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