Deutsche Bank nährt Spekulationen um Daimler-Ausstieg

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Deutsche Bank nährt Spekulationen um Daimler-Ausstieg

Die Deutsche Bank hat Spekulationen angefacht, wonach sie sich auf absehbare Zeit von ihrem Anteil an der Daimler-Chrysler AG trennen könnte.

rtr FRANKFURT. Vorstandssprecher Rolf Breuer bekräftigte am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass die Deutsche Bank grundsätzlich an dem Vorhaben festhalte, sich von ihrer rund zwölfprozentigen Beteiligung an dem Stuttgarter Autokonzern trennen zu wollen. Allerdings gebe es dazu derzeit noch keine konkreten Pläne. Die Aktie von DaimlerChrysler drehte daraufhin mit rund zwei Prozent ins Minus. Die Deutsche Bank stellte am Abend jedoch auf Anfrage klar, sie plane derzeit keinen Verkauf von Aktien der DaimlerChrysler AG.

Breuer sagte in der in englischer Sprache geführten Analystenkonferenz, der Verkauf der Daimler-Anteile stehe weiterhin auf dem Plan der Bank, hänge jedoch vom Preis der Aktien ab. "Es ist eine Frage des Preises und nicht der Gelegenheit. Ich glaube nicht, dass das Management überrascht sein wird, wenn wir eines schönen Tages sagen: 'Hey, wir haben angefangen'." Sollte sich bei der Daimler-Aktie im Laufe dieses Jahres eine Aufwärtstendenz abzeichnen, werde die Bank wohl eher abwarten. Das Geldhaus werde in der Angelegenheit im Interesse seiner Aktionäre handeln und gegebenenfalls nicht zögern. Die Bank habe sich bereits von Minderheitbeteiligungen an anderen Firmen getrennt und werde diese Strategie weiter verfolgen, sagte Breuer auch unter Erwähnung der Steuerbefreiung von Anteilsverkäufen seit Jahresbeginn.

Ein Sprecher der Deutschen Bank bekräftigte mit Blick auf Presse- und Markt-Spekulationen über einen möglicherweise bevorstehenden Ausstieg des Instituts bei DaimlerChrysler: "Die Deutsche Bank hat keine aktuellen Pläne, Aktien von DaimlerChrysler zu verkaufen". Deutschlands größtes Geldhaus hat wie andere Finanzinstitute bereits vor längerem angekündigt, sich auf Dauer von den Industriebeteiligungen trennen zu wollen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Ein Analyst, der an der Telefonkonferenz teilnahm, sagte zu den erneuten Spekulationen um den Daimler-Anteil, für ihn habe es den Anschein gehabt, Breuer habe nur "alt bekannte" Positionen wiederholt. Insofern sei an der Aussage "nichts Neues" gewesen, möglicherweise habe er sich "ungünstig ausgedrückt".

Über Zeitpunkt sowie Art und Weise der Reduzierung des Daimler-Anteils der Deutschen Bank wird bereits seit längerem spekuliert, insbesondere nachdem die US-Tochter des Autobauers, Chrysler, in die Verlustzone geraten war und den Aktienkurs des Unternehmens zusehends unter Druck setzte. Ein Aktienhändler sagte, die Daimler-Aktie habe deutlich auf die Spekulationen um eine mögliche Reduzierung der Beteiligung der Deutschen Bank reagiert. "Da sind viele ausgestoppt worden, auch einige Hedge-Fonds." Am Abend schloss das Papier 1,3 % tiefer bei 46,95 ?.

DaimlerChrysler reagierte auf die Aufregung am Donnerstag gelassen und teilte nur knapp mit: "Auf Grund der zahlreichen Anfragen zu einem möglichen Verkauf von DaimlerChrysler-Aktien durch die Deutsche Bank möchten wir auf das Dementi der Deutschen Bank hinweisen. Dem haben wir nichts hinzuzufügen."

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