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Deutsche Bank schätzt Unternehmenswert der Börse auf 3,6 Mrd Euro

Die Deutsche Bank AG schätzt den Unternehmenswert der Deutschen Börse AG, Frankfurt, auf 3,6 Mrd Euro. Das geht aus der Emissionsstudie des Instituts hervor, die der Börsen-Zeitung vorliegt.

vwd FRANKFURT. Den Wert hat die Bank, die gemeinsam mit Goldman Sachs das Konsortium des Börsen-IPO führt, als Durchschnitt aus fünf verschiedenen Ansätzen ermittelt, die Bewertungen in einer Bandbreite von 2,9 bis 4,3 Mrd Euro ergeben. Den zukünftigen Streubesitz prognostiziert das Institut, das den Angaben nach größte Aktionärin der Börse bleiben will, mit rund 35 %.

Nach Kassa-Umsätzen betreibe die Deutsche Börse in Europa die größte und weltweit die drittgrößte Aktienbörse. Ferner sei sie über die Eurex im Terminmarkt weltweit und mit dem Neuen Markt bei Wachstumsaktien europaweit die Nummer eins. Gemeinsam mit der schwedischen OM Gruppen AB, Stockholm, sei die Deutsche Börse weltweit führend bei Handelskosten, Technologieplattformen (Eurex und Xetra) und Systemverfügbarkeit. Sie biete als einzige der größeren Börsen eine vollintegrierte One-Stop-Shop-Dienstleistung für den Handel und die Abwicklung sowohl von Aktien als auch von Derivaten an. Die Deutsche Börse werde von ihrer Stellung bei deutschen Aktien und Derivaten profitieren.

Deutschland sei der attraktivste Kapitalmarkt Europas. Der Markt sei groß, aber immer noch unterentwickelt. Die sich schnell entwickelnde Aktienkultur, ein zunehmender Privatisierungstrend und solide ökonomische Rahmenbedingungen böten gute Voraussetzungen für das Wachstum von Kapitalmarkttransaktionen. Nach Ansicht der Analysten sei die Börse einzigartig positioniert, um als Nukleus einer möglichen paneuropäischen Handelsplattform oder einer anderen Form der internationalen Konsolidierung zu profitieren.

Frühere Abschlüsse wie der Zusammenschluss von Deutsche Börse Clearing und Cedel zu Clearstream oder von DTB und der Schweizer Terminbörse Soffex zur Eurex belegten die Fähigkeit der Börsenleitung, erfolgreiche Allianzen zu schmieden. Das IPO werde der Börse eine Bewertungs-Benchmark und Akquisitionswährung verschaffen, mit denen sie diesen Prozess vorantreiben könne. Die Analysten spielen mehrere strategische Optionen der Börse im Konsolidierungsprozess der europäischen Börsenlandschaft durch und spekulieren unter anderem auf einen Abschluss mit der OM Gruppen.

Denkbar sei ein teilweiser Ausstieg der OM Gruppen aus dem Börsenbetreibergeschäft. OM selbst verstehe sich vor allem als Technologieunternehmen mit einer Sparte, die Börsen betreibe (OM Transactions). Auch wenn die Sparte den Löwenanteil des Konzerngewinns erwirtschafte, wachse die Technologiesparte viel schneller. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass OM, um sich stärker auf Technologie zu konzentrieren, einen Anteil ihres Transaktionsgeschäfts im Austausch gegen die Systems-Sparte der Deutschen Börse verkaufen werde.



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