Deutsche Bank stellt Privatanlegern Analyse-Systeme vor
Neues Internet-Angebot zur Chartanalyse

FRANKFURT/M. Die Deutsche Bank trägt dem steigenden Interesse der Anleger an Chartanalysen Rechnung: Ab sofort können Investoren unter "www.dbs-trade.com" auf ein umfangreiches Instrumentarium der technischen Analyse und auf Handelssysteme zugreifen. Gegenwärtig sind technisch aufbereitete Charts der Marktbarometer Dax 30, Euro Stoxx 50 und Nemax 50 sowie der einzelnen deutschen und europäischen Standardwerte im Angebot. In Kürze sollen Neue-Markt-Aktien und Titel der US-Wachstumsbörse Nasdaq aufgenommen werden.

Wie Torsten Schrader und Uwe Wagner von der Deutschen Bank gegenüber dem Handelsblatt erklärten, handelt es sich hinsichtlich des Umfangs um ein bislang einmaliges Angebot auf dem deutschen Finanzmarkt. Zwar stellten Discountbroker Investoren auch einzelne Instrumente der technischen Analyse zur Verfügung. Doch dabei gehe es nicht um Handelssysteme, die automatisch Kauf- und Verkaufssignale senden. In der Tat: Bei Consors etwa können Anleger lediglich Gleitende-Durchschnitts-Linien oder Candlestick-Charts nutzen. Die Direkt Anlage Bank bietet nach eigenen Angaben zwar zahlreiche Chartanalysemethoden, aber keine Handelssysteme an.

Wagner charakterisiert die Handelssysteme als "Extrakt aus systematisierten technischen Analyseansätzen". Das bedeutet: Mit Hilfe der Chartanalyse können Anleger Kursmuster erkennen oder technische Indikatoren interpretieren. Aus den Instrumenten der technischen Analyse wird ein Handelssystem entwickelt. Der Investor erhält einen Ablaufplan für seine Geschäfte, der ihm zeigt, wann er eine Position öffnen und schließen soll. Denn nach den vorher festgelegten Regeln erhält er Kauf- und Verkaufssignale. Dabei stellt das System sicher, dass der Anleger sein Risiko begrenzt - und damit ebenso wie die Profis im Aktienhandel vorgeht.

"Der Vorteil ist, dass Investoren nicht in die Gefahr kommen, aus emotionalen Gründen heraus zu handeln", sagt Wagner. Er stellt allerdings auch klar: Bei den Kauf- und Verkaufsignalen handele es sich nicht um Empfehlungen der Deutschen Bank. Die Regeln, auf denen die Handelssysteme basieren, würden jedoch offen gelegt.

Bei der Konzeption der Systeme haben die Banker auch Transaktionskosten berücksichtigt. Das sei in der Fachliteratur oft nicht der Fall sei, hebt Schrader hervor. Das Finanzinstitut habe Gebühren von je zehn Euro plus je 0,29 Prozent vom Nominalbetrag einkalkuliert. Dies entspreche den Internetgebühren, die bei Brokerage 24 anfallen; der Broker beabsichtigt übrigens, diesen Service ausgewählten Kunden in einem Pilotprojekt anzubieten.

Schrader zufolge will die Bank für den geplanten kontinuierlichen Ausbau ihres Chartanalyse-Angebots einen "kleinen Obolus" von den Investoren verlangen. Die Höhe sei allerdings noch unklar. Er geht davon aus, dass das Internet-Angebot bei Anlegern in der unsicheren Börsensituation auf hohes Interesse stoßen wird. Ohnehin finde die technische Analyse hier zu Lande immer mehr Anhänger. Schrader erwartet, dass auch andere Geldhäuser auf diesem Gebiet aktiv werden.

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