Deutsche Bank Tagsverlierer: Dax schließt sehr schwach

Deutsche Bank Tagsverlierer
Dax schließt sehr schwach

"Am Markt gehen Sorgen um, dass die Gewinne für das vergangene Jahr niedriger als erwartet ausfallen", sagte ein Frankfurter Händler.

vwd FRANKFURT. Aber auch Abgaben an der Nasdaq belastete die Technologiewerte. Der Fall unter die psychologisch wichtige 4 800-er-Marke des Dax hat dabei auch technisch das Bild verschlechtert.

Mit dem Absinken unter den Aufwärtstrend vom Oktober, der aktuell knapp unter 5 000 Stellen verläuft, zeigt sich der Index nach Ansicht von Händlern angeschlagen. Jede weitere Verletzung von Unterstützungen löse daher sofort Stopp-Loss-Verkäufe aus. Ein Fall des Dax bis auf 4 500 Punkte in den kommenden Tagen hielt ein Analyst nicht für ausgeschlossen. "Im Moment ist eher wieder Panik angesagt. Die Anleger vermissen eine klare Linie, an der sie sich orientieren können", sagte der Beobachter. Die schwache Wall Street verstärkte den negativen Trend. Dabei sprachen Beobachter von Vertrauensverlusten der Anleger nach der Enron-Pleite und zudem lebten Befürchtungen über Bilanzierungsprobleme bei IBM wieder auf.

Allianz und Münchener Rück gaben jeweils über drei Prozent ab, Deutsche Bank sanken gar um 5,7 % auf glatt 64 Euro und waren damit Tagesverlierer. Commerzbank hingegen gaben nur um 0,5 % auf 18,33 Euro ab und zeigten sich dabei fester als der Markt. Dabei stützte laut Marktteilnehmern weiterhin die Aufstockung der Beteiligung durch WCM.

Auch die Automobilwerte büßten teils stark ein, am Mittwoch wird Daimler-Chrysler Zahlen veröffentlichen und VW hatte Daten im Rahmen der Erwartungen veröffentlicht. "Es gibt Spekulationen, dass auch der Gewinn bei der bislang sehr erfolgreichen Sparte Mercedes Pkw zurückgehen könnte", erklärte ein Händler. Zudem werde das Ziel bei Chrysler, im laufenden Jahr die Gewinnschwelle zu erreichen, als zu ambitioniert angesehen. Daimler-Chrysler rutschten 4,3 % auf 40,75 Euro ab, VW sanken um 1,9 % nach auf 50,70 Euro und BMW verbilligten sich um 0,8 % auf 41,15 Euro.

Auch Preussag standen deutlich unter Druck. Hintergrund waren einem Händler zufolge Äußerungen des Verantwortlichen von TUI Deutschland, dass der Reisemarkt in Deutschland im laufenden Jahr zurückgehen könnte. "Negativ an dieser Sache ist, dass er bislang gesagt hat, dass der Markt wachsen wird", fügte er hinzu. Eine Unterstützung für den Kurs der TUI-Mutter Preussag wird bei 30 Euro gesehen. Die Aktien verloren 4,3 % auf 31,40 Euro. FMC stürzten nachrichtenlos um 5,6 % auf 58,35 Euro.

Auf Infineon blickten Marktteilnehmer hingegen wohlwollend. "Die DRAM-Preise steigen nach wie vor", sagte ein Händler. "Sie haben am Montag erstmals wieder die Schwelle von vier USD erreicht." Er rechne damit, dass dies die Stimmung für Halbleiterwerte und vor allem für Infineon weiter stützen werde. Infineon gewannen 0,8 % auf 25,60 Euro. Auch Schering lagen im positiven Bereich.

Die Zahlen von Schwarz Pharma für das vergangene Jahr waren nach Einschätzung eines Analysten überwiegend im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Das Ergebnis zeige, dass das Unternehmen die Kosten gut im Griff habe. Sehr positiv sei die höher als erwartet ausgefallene Dividende, damit habe man nicht gerechnet. Die hohe Ausschüttung zeige, dass die Finanzlage des Unternehmens nicht strapaziert sei, obwohl es hohe Investitionen für Forschung und Entwicklung gebe, hieß es von der WestLB. Die Aktien verteuerten sich um 7,1 % auf 36,10 Euro.

ProSiebenSat1 sanken dagegen im Zuge von Spekulationen, dass die Kirch Gruppe die Fusion von ProSiebenSat1 mit KirchMedia aufschieben werde, um zwei Prozent auf 6,29 Euro. Analyst Markus Wallner von HSBC Trinkaus & Burkhardt meinte, dass Kirchs Probleme den Ausblick für die Aktie weiter komplizierten. Erst wenn der Werbemarkt wieder anziehe, sei mit einer Kurserholung zu rechnen.

Deutsche Börse legten gegen die Tendenz zu, nachdem das Unternehmen bereits am Vorabend unerwartet gute Zahlen vorgelegt hatte. Die Papiere verbesserten sich um 3,4 % auf 44,97 Euro. Auch eine Heraufstufung der Titel auf "Buy" durch die Deutsche Bank half Beobachtern zufolge hierbei.

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