Deutsche Bank übertrifft im zweiten Quartal die Erwartungen
Dresdner streicht 3000 Jobs

Die Deutsche Bank setzt sich von den Konkurrenten ab. Der Branchenprimus überraschte mit einem unerwartet hohen operativen Gewinn. Dagegen muss die Dresdner Bank eine zweite Sparrunde einläuten.

nw/pk/pot FRANKFURT. Neue Hiobsbotschaft für die Beschäftigten in der Finanzbranche: Dresdner Bank-Chef - Bernd Fahrholz kündigte gestern den Abbau von bis zu 3 000 weiteren Stellen an und schloss dabei betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Der Stellenabbau ist Eckpfeiler eines Sparprogramms zur Senkung der Kosten um 700 Mill. Euro. Bisher hatte die Bank bereits den Wegfall von 8 000 Arbeitsplätzen angekündigt. Allerdings hofft die Allianz-Tochter, den neuerlichen Personalabbau über Teilzeitarbeit abfedern zu können.

Damit setzt sich der massive Stellenabbau unter Deutschlands Großbanken fort. Insgesamt wollen die deutschen Kreditinstitute über 35 000 Stellen im In- und Ausland streichen. Einen kleinen Lichtblick lieferte gestern allerdings die Deutsche Bank. Vorstandssprecher Josef Ackermann bestätigte bei der Präsentation der Halbjahresbilanz, die Bank wolle bis Ende 2003 keine weiteren Stellen zur Disposition stellen (Handelsblatt vom 29.7.). Damit bleibt es beim angekündigten Abbau von konzernweit 14 470 Arbeitsplätzen, von denen bis Ende Juni bereits die Hälfte gestrichen wurde.

Vor allem dank der Gewinne aus dem Verkauf der Münchener-Rück-Beteiligung und von Allianz-Anteilen erhöhte sich der Vorsteuergewinn der Deutschen Bank im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 35 % auf 2,2 Mrd. Euro. Der operative Gewinn stieg nach Angaben der Bank um 19 % auf 913 Mill. Euro. Einige Analysten kommen auf Grund anderer Berechnungsweisen allerdings auf ein deutlich geringeres operatives Ergebnis. Die Börse honorierte die Zahlen mit einem Plus von zeitweilig mehr als 6 %, doch bröckelten die Kursgewinne gegen Abend wieder ab.

Strategisch will sich Ackermann voll auf das Kerngeschäft konzentrieren. Übernahmen kommen für ihn vorerst nicht in Frage. "Wir haben eine hervorragende Plattform und brauchen nichts. Wir werden das, was wir haben, einfach besser machen." Ihre Ziele werde die Bank in diesem Jahr ohne eine Belebung der Finanzmärkte allerdings nicht erreichen. Auf das Jahr gerechnet, ergäbe sich nur eine Eigenkapitalrendite von 21 % vor Steuern, angestrebt werden 25 %.

Im zweiten Quartal liefen Privatkundengeschäft und Vermögensverwaltung (PCAM) weitaus besser als das Geschäft mit Unternehmenskunden. Während PCAM ein Ergebnis vor nicht-operativen Kosten von 761 Mill. Euro erzielte, erreichte das Firmenkunden- und Investmentbankinggeschäft nur 610 Mill. Euro. Im Vorquartal war die Rangfolge noch umgekehrt.

Im Gegensatz zum deutschen Branchenprimus enttäuschte die britische Großbank Barclays die Börse. Der Gewinn vor Steuern lag im ersten Quartal 6 % niedriger als im Vorjahr.

Quelle: Handelsblatt

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