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Deutsche Bank übertrifft mit Gewinnplus im dritten Quartal Erwartung

Die Deutsche Bank hat zwischen Juli und September mit einem deutlich höheren Gewinn als im Vorjahr die Markterwartungen übertroffen. Neben einem besser als erwarteten Handelsergebnis zeigten der Sparkurs und eine niedrigere Risikovorsorge seine Wirkung.

dpa-afx FRANKFURT. Die Deutsche Bank hat zwischen Juli und September mit einem deutlich höheren Gewinn als im Vorjahr die Markterwartungen übertroffen. Neben einem besser als erwarteten Handelsergebnis zeigten der Sparkurs und eine niedrigere Risikovorsorge seine Wirkung. Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann bekräftigte außerdem das Renditeziel: "Wir fühlen uns Ihnen, unseren Aktionären, gegenüber verpflichtet, eine attraktive Rendite zu erwirtschaften. Dies bleibt oberstes Ziel auf unserer Agenda", schreibt Ackermann in einem am Freitag veröffentlichten Brief an die Aktionäre. "Unsere Ertragskraft in diesem Quartal spiegelt die erzielten Fortschritte wider. Wir sind gleichwohl davon überzeugt, dass wir noch mehr erreichen können."

Vom bis Ende 2005 angepeilten Ziel einer Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 Prozent bleibt die größte deutsche Bank trotz der Ergebnisverbesserung noch weit entfernt. Im dritten Quartal habe die Rendite 16 Prozent nach elf Prozent im Vorjahr betragen. Der Gewinn vor Steuern stieg von 755 Mill. Euro im Vorjahr auf 1,006 Mrd. Euro und lag damit deutlich über der durchschnittlichen Analystenprognose von 912 Mill. Euro. Die Bank teilte außerdem mit, dass im dritten Quartal 16 Mill. Aktien für 919 Mill. Euro zurückgekauft wurden. Zudem seien die zuletzt vielfach kritisierten Marktrisiken im Eigenhandel zurückgefahren worden.

Handelsergebnis Besser ALS Erwartet - Besserer Ertragsmix

Der Überschuss legte im dritten Quartal von 576 Mill. Euro im Vorjahr auf 680 (Prognose: 548) Mill. Euro zu. Beim Handelsergebnis übertraf die Deutsche Bank mit einem Anstieg von 940 Mill. Euro im Vorjahr auf 1,273 Mrd. Euro die Markterwartung von 1,148 Mrd. Euro. Niedriger als erwartet fiel allerdings der Zinsüberschuss aus, der um 28 Prozent auf 1,158 (Prognose: 1,381) Mrd. Euro sank. Der Überschuss im Provisionsgeschäft ging leicht von 2,379 auf 2,289 Mrd. Euro zurück und lag damit im Rahmen der Analystenprognose. Die Summe der Erträge fiel von 5,161 auf 5,056 Mrd. Euro und lag damit leicht über der Prognose.

Zudem sank der von den Experten kritisierte zuletzt sehr hohe Gewinnanteil der Investmentbanksparte CIB zugunsten des ertragsstabileren Segments Private Kunden und Vermögensverwaltung. Beim Kostenabbau machte die größte deutsche Bank weitere Fortschritte. Die zinsunabhängigen Aufwendungen seien um 6,3 Prozent auf 3,967 Mrd. Euro zurückgegangen. Im Kreditgeschäft konnte die Risikovorsorge erneut gesenkt worden. Sie sank von 174 Mill. Euro im Vorjahr auf 83 (Prognose: 151) Mill. Euro.

Cartellieri WIE Erwartet Zurückgetreten

Bereits am Donnerstagabend gab die Bank bekannt, dass das langjährige Aufsichtsratsmitglied Ulrich Cartellieri - wie erwartet - im Streit um den richtigen Kurs der größten deutschen Bank zurückgetreten ist. Cartellieri, der 16 Jahre lang im Vorstand der Deutschen Bank saß, werde sein Mandat "wegen unterschiedlicher Auffassungen zur Strategie der Bank" niederlegen. Wie aus Bankenkreisen verlautete, wollte der Jurist und lang gediente Banker Cartellieri den Kurs von Vorstandschef Josef Ackermann nicht länger mittragen. Sein Nachfolger soll der renommierte Steuerrechtler Paul Kirchhof werden.

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