Archiv
Deutsche Bank verhandelt weiter über Transaktionshaus

Die Deutsche Bank verhandelt nach eigenen Angaben mit der Dresdner Bank auch nach dem Ausstieg der Hypo-Vereinsbank weiter über die Gründung einer gemeinsamen Transaktionsbank für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs.

Reuters FRANKFURT. "Die Gespräche zwischen den beiden Partnern gehen weiter", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank am Freitag. Das Projekt einer gemeinsamen Transaktionsbank war vor rund einem Jahr von Deutscher- und Dresdner Bank ins Leben gerufen worden. Im Sommer 2002 war die HVB dazu gestoßen. Ein HVB-Sprecher bestätigte jedoch am Freitag einen Zeitungsbericht, wonach sein Haus die Gespräche mit den beiden anderen Instituten eingestellt habe. Auch das Projektbüro existiere nicht mehr.

Der Sprecher fügte hinzu, die HVB sei grundsätzlich weiterhin an einer institutsübergreifenden Lösung im Bereich Abwicklung interessiert. In Bankenkreisen hieß es dazu ergänzend, in der bisherigen Konstellation wäre ein neuer Anlauf wohl nicht sinnvoll. Um doch noch eine Transaktionsbank zu gründen, müsste man wohl auch mit andere Banken sprechen.

Auf die Frage, ob eine Transaktionsbank auch nach einem Ausstieg der HVB wie ursprünglich geplant bis zum Jahresende zum Einsatz kommen könne, äußerte sich der Sprecher der Deutschen am Freitag nicht.

Die "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe) berichtete, Grund für das Scheitern der Gespräche sei die Erkenntnis gewesen, dass die Gründung einer Transaktionsbank in den nächsten drei bis vier Jahren statt der erwarteten Einsparungen lediglich zusätzliche Kosten verursacht hätte. Erst 2006 sei ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet worden. Die drei Großbanken hatten ursprünglich geschätzt, durch die Zusammenlegung ihres Zahlungsverkehrs ein Sparpotenzial von 30 Prozent zu erreichen.

Die deutschen Großbanken leiden angesichts der schlechten Konjunkturentwicklung und der Situation an den Märkten unter Ertragsproblemen und haben trotz umfangreicher Senkungsprogramme auch mit weiter hohen Kosten zu kämpfen. Eine Zusammenarbeit im Bereich Abwicklung galt unter den Banken bisher als möglicher Lösungsansatz zur Kostensenkung, da die Häuser in diesem Bereich nicht in unmittelbarer Konkurrenz zueinander stehen. So hatten unter anderem auch die Commerzbank und die DZ-Bank ein ähnliches Projekt diskutiert.

Allerdings waren von Bankern auch immer wieder Vorbehalte gegen die Zusammenlegung von Abwicklungssystemen geäußert worden. Da bei einer Zusammenlegung die Systeme vereinheitlicht werden müssen, befürchten Häuser, die ihre Plattformen aufgeben, in zu große Abhängigkeit von ihren Partnern zu geraten.

Außerdem befürchten viele Häuser hohe Abschreibungen auf die Investitionen in eigene Systeme. Auch die Umschlüsselung der Konten sei mit hohem Aufwand verbunden, hatte es mehrfach aus Bankenkreisen geheißen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%