Deutsche Bank veröffentlicht kurzfristige Analyse
Hedgefonds belasten angeblich MLP-Aktie

Die Aktie des Finanzdienstleisters MLP hat ihren Sturzflug zeitweise fortgesetzt. Der im Deutschen Aktienindex (Dax) notierten Titel sanken zunächst Handel um 12 % auf ein neues 20-Monats-Tief von 62,55 Euro. Die Aktie erholte sich aber später bei hohen Umsätzen. Am frühen Abend lag der Kurs bei rund 66 Euro.

frü/tmo DÜSSELDORF / FRANKFURT/M. Am 20. Juli, dem letzten Handelstag vor der Dax-Aufnahme, notierte die MLP-Aktie noch bei 106 Euro. Allein am Freitag verlor der Titel 15 %. Ein Händler einer deutschen Großbank sagte, am Freitag habe ein Investmentfonds massiv MLP - Aktien verkauft. Die zeitweilige Gegenbewegung am Montag erklärte er mit einem "Trading Call" (kurzfristige Aktienanalyse) der Deutschen Bank. Deren Analyst Blair Stewart teilte mit: "Wir fühlen uns inzwischen wohler damit, wenn Anleger auf dem aktuellen Niveau zugreifen". Als Grund nannte er die Bewertung der MLP-Aktie. Dieser erscheine nach dem jüngsten Kurssturz weniger ambitioniert. Die Deutsche Bank blieb aber bei ihrem mittelfristig vorsichtigen Anlageurteil "Market Perform" (durchschnittliche Kursentwicklung).

Laut Händlern haben nach der Dax-Aufnahme insbesondere Hedgefonds, die eine riskante Anlagestrategie fahren, auf fallende Kurse bei MLP spekuliert. Die Fonds werfen dabei geliehene Aktien auf den Markt. Sie hoffen, die Titel später zu niedrigeren Kursen zurückzukaufen. Als Grund für solche Leerverkäufe, die auch MLP selbst als Ursache des Kursverfalls nennt, wird am Markt das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) genannt. Vor einem Monat lag dieses bei MLP noch deutlich über 100. Die Marktkapitalisierung lag also um mehr als das 100-fache über dem für dieses Jahr erwarteten Gewinn. Nach dem Kursverfall beträgt das KGV nur noch 65, ist aber im Vergleich zur Allianz, die es auf 28 bringt, immer noch hoch.

Trotzdem halten Analysten an der Aktie fest: "MLP hat mit ihren Halbjahreszahlen Wachstumspotenzial bewiesen", sagt Thorsten Karbaum von der WestLB. Auch Ralf Dibbern (M.M. Warburg) hält den Kursrückgang für operativ ungerechtfertigt. Die Kursziele beider Analysten liegen deutlich über 100 Euro. Geschäftsmodell und junge Kundenstruktur sprächen für ein auch künftig hohes Wachstum, so Dibbern. MLP will bis 2010 den Gewinn um jährlich 30 % steigern.

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