Deutsche Bank will Beteiligung verkaufen
Bei Gerling winken Kaufinteressenten ab

Trotz der Aufstockung ihres Anteils will die Deutsche Bank ihre Beteiligung an Gerling von jetzt 34,5 Prozent nach wie vor verkaufen. Die Frage ist nur: Wann?

cd/mm/rl/rob DÜSSELDORF/FRANKFURT/M. Derzeit werde der Verkauf nicht aktiv betrieben, heißt es in der Bank nahe stehenden Kreisen. Damit sei frühestens im Frühsommer zu rechnen. Dann, so die Hoffnung, wisse man, wie das Jahr 2002 gelaufen sei. Dieses gilt wegen drastischer Beitragserhöhungen vorerst als sehr gutes Rückversicherungsjahr. Die Gerling-Bilanz sei jetzt sauber, heißt es aus Unternehmenskreisen.

Gerling-Rück erwartet für 2002 einen Gewinn "zumindest in Höhe des Jahres 2000". Damals hatten die Kölner einen Gewinn von 100 Mill. Euro nach Steuern ausgewiesen. Noch Ende Februar hatte der neue Gerling-Chef Heinrich Focke gegenüber dem Handelsblatt erklärt, die beiden Anteilseigner hätten ihm "zwei bis drei Jahre" Zeit gegeben, bevor über die Zukunft des Traditionskonzerns entschieden werde.

Nach der überraschenden zweiten sei keine weitere Kapitalerhöhung nötig, sagte am Donnerstag ein Gerling-Sprecher: "Das Ende der Fahnenstange ist erreicht." Allerdings soll die Deutsche Bank für ihre Gerling-Beteiligung eine Rückstellung von 160 Mill. Euro gebildet haben, wissen Insider. Dies könnten nach Auskunft eines Gerling-Sprechers allenfalls noch nicht überwiesene Beträge aus der Ende 2001 zugesagten, aber noch nicht voll überwiesenen Kapitalerhöhung sein. Investoren, so ist zu hören, reagierten auf einen Gerling-Kauf wenig "begeistert", weil sie in den Büchern weitere Risiken vermuteten - sowohl was die Anschläge in New York, als auch was Asbest angeht. Alleine die Terroranschläge haben die Globale Rück mit rund 300 Mill. Euro belastet. Die Asbest-Schäden dürften im Wesentlichen aus der Haftpflichtversicherung kommen. Normalerweise schließen Rückversicherer nur Jahresverträge ab. Doch in der Haftpflicht-Sparte binden sie sich ebenso lange wie ihre Kunden, die Erstversicherer. Und das sind mehrere Jahre.

Gerling hat dennoch einen ordentlichen Marktwert von etwa 6,7 Mrd. Euro. Dies ergibt sich daraus, dass die Deutsche Bank für die Kapitalerhöhung von 300 Mill. Euro 4,5 Prozent der Anteile erhalten hat.

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