Deutsche Bank will Kirchs Beteiligung an dem Verlagshaus nach der Sommerpause platzieren
Springer kommt schnell an die Börse

Die Deutsche Bank will nach Informationen des Handelsblatts zu Beginn der zweiten Jahreshälfte gut 40 % von Europas größtem Zeitungskonzern, dem Axel Springer Verlag, in einer Zweitplatzierung bei institutionellen und privaten Anlegern breit streuen. Mit einem geschätzten Wert von rund 800 Mill. Euro wäre das die mit Abstand größte Aktien-Emission in Deutschland in diesem Jahr.

FRANKFURT/M. Bei dem Paket handelt es sich um die Beteiligung der maroden Kirch-Gruppe am Hamburger Verlagshaus. Da bisher alle Bemühungen um die Verwertung von Kirchs Springer-Paket gescheitert sind, kommt nun wohl die Deutsche Bank zum Zuge. Zuletzt hatte die Commerzbank versucht, ein Konsortium für den Verkauf des Pakets auf die Beine zu stellen. Bankchef Klaus-Peter Müller hatte das Mandat allerdings zurückgegeben. Hintergrund: Der Springer-Verlag hatte sich geweigert, die Vinkulierung seiner Aktien aufzuheben. Nach Einschätzung der Commerzbank hätte sich wegen der Vinkulierung kein akzeptabler Preis erzielen lassen. Vinkulierte Aktien können nur mit der Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden. Auf diesem Wege versuchen Unternehmen, unliebsame Investoren fern zu halten.

Die Deutsche Bank bereitet sich jetzt auf eine Platzierung mit Vinkulierung vor. Dem Vernehmen nach geht das Institut davon aus, dass sich trotz dieses Handicaps genügend Käufer finden. Schließlich seien auch die Aktien so prominenter Börsenwerte wie Allianz oder Münchener Rück vinkuliert. Offensichtlich haben bereits zahlreiche institutionelle Investoren Interesse an den Springer-Anteilen signalisiert.

Nach Informationen des Handelsblatts liegt das Paket bereits im Depot der Deutschen Bank. Das Institut hatte seinen Kredit über 720 Mill. Euro an den Medienpatriarchen Leo Kirch am 12. April fällig gestellt und plant nun die Verwertung des erstrangigen Pfandes an den Anteilen, wie sie vom Gesetz vorgeschrieben ist. Dabei kommt nach Informationen aus Finanzkreisen nur ein Börsengang in Frage.

Bevor die Deutsche Bank endgültig loslegen kann, benötigt sie aber die Zustimmung der Bayerischen Landesbank, von JP Morgan Chase und Lehman Brothers. Das Bankentrio verfügt über ein zweitrangiges Pfandrecht an den Springer-Aktien. Bankenkreise halten es allerdings für wenig wahrscheinlich, dass sich die drei Institute quer stellen.

Vor der Platzierung hat die Deutsche Bank noch eine Menge Hausaufgaben zu machen. Zunächst einmal muss Springer seine Bücher für eine intensive Prüfung der Ertrags- und Geschäftslage öffnen. Zudem will die Deutsche Bank nach Informationen aus Finanzkreisen zunächst die Sechs-Monats-Zahlen des Verlags abwarten. Im vergangenen Jahr schrieb Springer zum ersten Mal in seiner Geschichte rote Zahlen. Banker gehen davon aus, dass der Emissionspreis nahe am aktuellen Kurs liegen wird. Derzeit notiert die Springer-Aktie bei 61 Euro. Damit hätte das Aktienpaket einen Wert von rund 810 Mill. Euro.

Quelle: Handelsblatt

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