Deutsche Banken verfehlen ihr Renditeziel: Hedge Funds schlagen Aktien und Anleihen

Deutsche Banken verfehlen ihr Renditeziel
Hedge Funds schlagen Aktien und Anleihen

Hedge Funds haben die hohen Erwartungen, die deutsche Banken genährt hatten, bislang nicht erfüllt. Dennoch war diese alternative Investmentform den traditionellen Anlageinstrumenten Anleihen und Aktien deutlich überlegen.

FRANKFURT/M. Die Hedge-Funds-Branche musste im vergangenen Jahr die schlechteste Wertentwicklung seit 1997 in Kauf nehmen. So wies der CSFB/Tremont Hedge Fund-Index für 2001 ein Plus von 4,4 % auf. Diese Messlatte reflektiert die Performance von 2 600 der weltweit existierenden 6 000 Hedge Funds. Die Experten von Allenbridge Hedge Info in London haben für die von ihnen analysierten 2 100 Hedge Funds für 2001 ein durchschnittliches Plus von 3,6 % errechnet.

Die Enttäuschungen waren programmiert, da die Zahl unerfahrener Hedge-Funds-Manager explodiert ist. "Ein Viertel der neuen Manager wird wieder vom Markt verschwinden", prognostiziert Marcel Giacometti von Auda Advisors in New York.

Manager sitzen in Steueroasen

Hedge Funds sind keine Investmentfonds, sondern wenig regulierte Kapitalsammelstellen. Ihre oft in Steueroasen ansässigen Manager spekulieren auf steigende und fallende Kurse. Dabei bedienen sie sich der Hebelwirkung von Derivaten (Optionen, Futures). Deutsche Banken bieten den Anlegern Hedge-Fund-Zertifikate an, die an den Börsen gelistet und vom Anleger über seine Bank erworben werden können.

In 2001 erwies sich die lange verschmähte Global Macro-Strategie mit einem Plus von 18,4 % als Renner. Bekannte Manager dieser Kategorie wie George Soros machten Hedge Funds zwar weltweit bekannt. Doch sorgten die Pleiten von Global-Macro-Hedge-Funds wie LTCM für das zeitweise ungerechtfertigt schlechte Image dieser Anlageform. Bei dieser global ausgerichteten Strategie sind den Managern der Hedge Funds praktisch keine Fesseln im Hinblick auf ihre Anlagepolitik angelegt.

Commerzbank mit bester Wertentwicklung

Die in Deutschland angebotenen Hedge-Funds-Produkte setzen überwiegend auf die so genannte "Long/Short Equity-Konzept". Die Strategie: Unterbewertete Aktien kaufen, überbewertete verkaufen. Die Commerzbank, die als erste Großbank auch privaten Kunden Hedge Fund-Produkte anbot, erzielte 2001 die beste Wertentwicklung der hiesigen Institute. Im Comas I Hedge Fund erzielte ein Plus von 7,3 % (in US-Dollar) und 13,2 % (in Euro). "Der Wert der von uns emittierten Star Notes-Zertifikate stieg 2001 um 6,1 %", sagt Werner Humpert von UBS Warburg. Die von der Deutschen Bank aufgelegten Zertifikate mit der Bezeichnung "Xavex HedgeSelect" stiegen um eher bescheidene 0,9 %. Anleger, die in die von der Dresdner Bank im März 2001 emittierten AI Global Hedge Zertifikate investierten, mussten mit einem Plus von 1,7 % Vorlieb nehmen.

Das von deutschen Banken gesteckte Anlageziel für Hedge-Funds-Produkte von 10 bis 15 % wurde verfehlt. "Die Investition in Hedge Funds erwies sich dennoch als die richtige Entscheidung", sagt Thorsten Michalik von der Deutschen Bank. Er verweist dabei nicht nur auf den 16,5 %-igen Rückgang des MSCI-Weltaktienindex oder auf das 17,9 %-ige Minus des Deutschen Aktienindex (Dax). "Selbst der JP Morgan-Global Anleihen-Index hat 0,8 % verloren", sagt der Banker. Auf längere Sicht würden Hedge-Funds-Produkte noch immer Renditen von 10 bis 15 % versprechen. Das solche Anlageresultate zu erreichen sind, verdeutlicht die mehr als 140 %-ige Wertsteigerung des CSFB/Tremont Hedge-Index in den vergangenen acht Jahren. Im Jahr 2001 sei das Hauptziel dieser Anlageform der Erhalt des eingesetzten Kapitals gewesen, sagt Thorsten Michalik.

Holger Bosse von Dresdner Kleinwort Wasserstein verweist auch darauf, dass Hedge Funds letztes Jahr eine nur sehr geringe Korrelation zu traditionellen Anlageformen aufwiesen, und damit dazu beitrugen, das Risiko des Gesamt-Portefeuilles zu reduzieren. Den Boom bei Alternativ-Investments will auch Auda Advisors LLC nutzen, wie Giacometti bei der Eröffnung der deutschen Tochtergesellschaft erklärte. Auda war 1989 zur Betreuung des Vermögens der Quandt-Familie in New York gegründet worden. "In zwei bis drei Jahren wird sich das in Hedge Funds investierte Kapital in Deutschland verdreifachen, prognostiziert Giacometti.

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