Deutsche Bekleidungshersteller wie die Brinkmann-Gruppe sehen neue Wachstumsmärkte
Der Familienunternehmer hat in Osteuropa die Nase vorn

Die Kundenliste der Herforder Brinkmann-Gruppe liest sich wie das Who-is-who des weltweiten Einzelhandels: Galeries Lafayette in Paris, Harrods in London, Stockmann in Helsinki, Saks in New York, Wako in Tokio oder Borghi in Mailand - von den namhaften Deutschen ganz zu schweigen. Die Marken des Herrenmodeschneiders werden von Montreal über St. Petersburg bis Tokio und von Island bis Buenos Aires vertrieben. Im Vorjahr erzielte das Familienunternehmen 42,5 Prozent seines Umsatzes von 206 Mill. Euro im Ausland.

HERFORD. In den nächsten fünf bis zehn Jahren stehen für deutsche Bekleidungshersteller wie Brinkmann die Länder Osteuropas als Absatzmärkte im Fokus - als Produktionsstandorte sind sie schon hinlänglich bekannt. Klaus Brinkmann, geschäftsführender Gesellschafter der Brinkmann-Gruppe, glaubt, dass nach dem EU-Beitritt die Kaufkraft in diesen Ländern steigen wird. Diese Einschätzung belege die Erfahrung, die man mit früheren Beitrittsländern gemacht habe, bestätigt Michael Hamalij, Projektmanager Mitteleuropa und Ukraine im Ost- und Mitteleuopraverein (OMV) in Hamburg. Die Wachstumsraten seien in den Beitrittsländern dynamischer als in Westeuropa, berichtet Christoph Schröder, Referent beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln: So gingen die EU-Prognosen für 2004 von drei bis fünf Prozent Wirtschaftswachstum aus. Und das werde sich auch auf die Kaufkraft auswirken.

"Die Leute werden mehr Geld verdienen und verstärkt westeuropäische Produkte nachfragen. Darauf wird sich der osteuropäische Einzelhandel einstellen", schlussfolgert Brinkmann, der zusammen mit Bruder Wolfgang das Herforder Familienunternehmen führt. Auch die Bekleidungsnachfrage werde steigen, ist Thomas Rasch, Geschäftsführer des German Fashion Modeverbands Deutschland in Köln, überzeugt. Gute Kleidung - insbesondere der Business-Look - seien in diesen Ländern noch unverzichtbarer Bestandteil der "Erfolgsaura".

Seit ein bis zwei Jahren registriert die 1947 in Löhne bei Herford gegründete Brinkmann-Gruppe das wachsende Interesse osteuropäischer Einzelhändler an westlicher Mode und die Suche nach Lieferanten. "Markennamen stehen im Vordergrund", weiß Brinkmann, der gleichzeitig Präsident des German Fashion Modeverbandes Deutschland ist: "No names haben die selbst. Wer aber eine internationale Marke besitzt, der hat die besten Chancen, dort Fuß zu fassen."

Die F. W. Brinkmann Group, die im Laufe der Jahrzehnte namhafte Hersteller wie Odermark in Goslar, Blicker in Karlsruhe, Wilvorst in Northeim und Eduard Dressler in Großostheim gekauft hat, erzielte in den vergangenen beiden Jahren etwa zwei Prozent ihres Umsatzes der Leitmarke "bugatti" in Osteuropa. "Alle großen Markenhersteller sind inzwischen hier vertreten", weiß Verbandspräsident Brinkmann. Während in Prag und Budapest die Einzelhandelslandschaft schon gut entwickelt ist, kommt durch den EU-Beitritt nun auch Polen ins Geschäft. Auch in den Ländern des früheren Jugoslawien wie Serbien und Kroatien beginnen sich Westmarken zu etablieren.

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