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Deutsche Biotechnologie-Branche erwartet Trendwende - Umsatzmilliarde in 2004

Die deutsche Biotechnologie-Branche erwartet nach zwei schwierigen Jahren eine Trendwende. "Die Situation ist zwar noch immer alles andere als rosig, aber wir sehen endlich Licht am Ende des Tunnels", sagte der Vorsitzende der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB), Peter Stadler, am Mittwoch in Frankfurt.

dpa-afx FRANKFURT. Die deutsche Biotechnologie-Branche erwartet nach zwei schwierigen Jahren eine Trendwende. "Die Situation ist zwar noch immer alles andere als rosig, aber wir sehen endlich Licht am Ende des Tunnels", sagte der Vorsitzende der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB), Peter Stadler, am Mittwoch in Frankfurt.

Umsatz VON Einer Milliarde Euro

Nach einem Umsatz von 960 Mill. ? im Jahr 2003 könnte die Branche in diesem Jahr eine Milliarde Euro generieren, schätzt Stadler. Auch wenn sich die Situation aufzuhellen scheint, rechnet der DIB-Vorsitzende 2004 mit 50 Insolvenzen unter den 350 deutschen Biotech-Unternehmen. Im vergangenen Jahr hatte sich der Konsolidierungsdruck mit einem Rückgang bei Umsatz, Beschäftigung und Forschungsaufwendungen bemerkbar gemacht, der überwiegend im zweistelligen Prozentbereich lag.

Laut Stadler sprechen viele Tendenzen dafür, dass sich die in Deutschland mit rund zehn Jahren international noch recht junge Branche wieder im Aufwind befindet: So habe die Zahl der Arzneimittel in den verschiedenen Entwicklungsphasen deutlich zugenommen. Einige finanzkräftige Firmen hätten den Verfall der Unternehmenswerte genutzt, um durch günstige Übernahmen strategisch zu wachsen. So habe die Martinsrieder Medigene AG Teile der insolventen Munich Biotech AG erworben.

Außerdem erreichten mehr Firmen die Gewinnzone, weil sie ihr Geschäft umstrukturiert hätten und statt Technologieentwicklung mehr Auftragsforschung für Pharmakonzerne betrieben, sagte Stadler. Auch die Finanzmärkte scheinen der Branche wieder gewogen. Mitte Juli hatte sich das vorläufig noch defizitäre Berliner Biotech-Unternehmen Epigenomics nach zuvor gesenkter Preisspanne und einer verlängerten Zeitungsfrist an die deutsche Börse gewagt und GPC Biotech ließ sich an der US-Technologiebörse Nasdaq listen. Den nächsten Börsengang in der Branche erwartet Stadler in den kommenden sechs bis zwölf Monaten.

Erfolgreiche Kapitalmassnahmen

Neben erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhungen signalisierten die Risikokapitalgesellschaften als wichtige Investoren wieder mehr Vertrauen in die Branche. Schon im vergangenen Jahr waren die Investitionen der Gesellschaften leicht auf 216 Mill. ? gestiegen. Im Boomjahr 2001 hatten sie jedoch bei 525 Mill. ? gelegen.

Sorge bereitet der Branche die geplante Novelle des Gentechnikgesetzes. Ohne Korrekturen stehe die "grüne" Gentechnik in Deutschland vor dem Aus, sagte Stadler.

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