Deutsche bleiben lieber zuhause
Der Reisemarkt hat seine erste ernste Krise

Das Reisejahr 2002 wird bei Europas Urlaubsmanagern in die Geschichte eingehen: Die von Erfolg und Zuwächsen verwöhnte Branche steckt zum ersten Mal in einer ernsten Krise. Auf eine genaue Prognose will sich noch keiner einlassen. Aber fast alle großen Veranstalter glauben, das die Branche europaweit in diesem Jahr um bis zu zehn Prozent weniger einnehmen wird als im vergangenen Jahr.

ruk DÜSSELDORF. Für die Lücke sorgt vor allem der ehemalige Reiseweltmeister Deutschland. Während etwa in Großbritannien das Minus bei nur zwei bis drei Prozent liegt und in Belgien viele Veranstalter gar ihren Umsatz aus dem Vorjahre übertreffen, klafft hierzulande eine Lücke von rund 16 Prozent, bei einigen kleinen Veranstaltern sind es sogar noch mehr. "So etwas hat es noch nie gegeben", sagt Dietmar Kastner, Chef der Rewe-Touristik und seit bald 30 Jahren im Geschäft.

Warum ausgerechnet die Deutschen keine Pauschalreisen buchen, ob es statt dessen andere Urlaubsformen gibt, die die Lücke schließen können, und was das alles langfristig für die Branche bedeutet, lesen Sie in der aktuellen WirtschaftsWoche. Kennen Sie schon das Mini-Abo?

Auslöser der Krise waren sicher die Terroranschläge vom 11. September in den USA. Doch inzwischen ist auch trotz des Attentats aus deutsche Touristen in Tunesien und der jüngsten Drohungen vom Anfang der Woche die Angst vor weiteren Anschlägen eher in den Hintergrund getreten. Anfang Oktober im ersten Schock, wollten 49 Prozent der Deutschen nicht fliegen. Jetzt sind es nur noch sieben Prozent. "Ein normaler Wert", sagt Klaus Laepple, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW).

Trotzdem ist die Krise hierzulande tiefer denn je. Zwar finden auch in Deutschland seit Monaten jede Woche fast genauso viele Leute den Weg ins Reisebüro wie in früheren Jahren. "Doch es fehlen die Vorausbuchungen aus dem vergangenen Winter, dank derer wir früher bereits im Februar gut 70 Prozent des Sommergeschäfts im Sack hatten", sagt Laepple. Und während in anderen Ländern der Tiefpunkt der Buchungen im Winter lag und sich die Lage inzwischen wieder deutlich gebessert hat, ist die Lücke in Deutschland von minus 13 Prozent im Winter auf derzeit gut 16 Prozent gewachsen.

Quelle: WirtschaftsWoche

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