Deutsche Börse AG steht vor dem Aufstieg in den Dax
Dax: Börsen-Aktie könnte für Epcos nachrücken

Die Deutsche Börse AG wird am Dienstag nach Einschätzung von Analysten voraussichtlich in den Deutschen Aktienindex (Dax) aufgenommen.

Reuters FRANKFURT. "Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass Epcos herausfällt und die Deutsche Börse hineinkommt", sagte am Montag Christian Stocker, Indexstratege bei der Hypo-Vereinsbank. Epcos, ein Hersteller von passiven elektronischen Bauelementen, gehört seit längerem nicht mehr zu den 45 größten deutschen Unternehmen, gemessen an der Marktkapitalisierung. Daher könnte das Unternehmen von dem Gremium bei der nun anstehenden außerordentlichen Überprüfung des Dax zum 23. Dezember aus dem Index entfernt werden.

Aussichtsreichster Aufstiegskandidat ist die Deutsche Börse, die nach Börsenwert auf der entscheidenden Oktober-Rangliste Platz 19 einnahm. Epcos lag auf Position 52. Zwar erwartet der eine oder andere Analyst wegen der bevorstehenden Veränderung der Börsenindizes im nächsten Jahr eine Verschiebung der Entscheidung, prinzipielle Zweifel gibt es jedoch kaum noch. Dazu trägt sicher auch bei, dass die seit Februar 2000 im Dax vertretene Epcos den Daten der Börse zufolge bereits bei den ordentlichen Überprüfungen des Dax im August 2001 und im August 2002 ein Wackelkandidat war und die Kriterien für einen Verbleib im Dax nicht erfüllte.

Die Deutsche Börse AG würde damit nur knapp zwei Jahre nach ihrem Börsendebüt als erstes Börsenunternehmen in einem der großen weltweiten Standardwerteindizes vertreten sein.

Für eine Herausnahme von Epcos spricht, dass das Unternehmen das Kriterium verfehlt hat und die Marktkapitalisierung der Börse als Austauschkandidat rund fünf Mal so groß ist", sagte Ingo Schmitz von der Deutschen Bank. Epcos müsste dann zunächst in den MDax absteigen und könnte im ersten Quartal 2003 in den neuen TecDax wechseln. Schließlich habe Epcos das Kriterium der Marktkapitalisierung nur knapp verfehlt.

Die Deutsche Börse selbst hatte sich in den vergangenen Tagen gegen das Argument gewandt, es habe einen faden Beigeschmack, wenn das Unternehmen in den eigenen Auswahlindex komme. "Es gibt Regeln und wenn die nicht angewandt würden, hätte dies einen faden Beigeschmack", hatte Börsenvorstandsmitglied Christoph Lammersdorf erklärt.

Die Börse wird die Entscheidung über eine mögliche Indexveränderung dieses Mal dem mit zehn Bankenvertretern besetzten Gremium als neutralem Ausschuss allein überlassen. In anderen Fällen hatte der Börsenvorstand das letzte Wort, war dem Vernehmen nach aber in der Regel den Empfehlungen der Banker gefolgt. Die Entscheidung wird für den späten Dienstagabend erwartet.

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