Deutsche Börse-Aktie im Fokus: Dax verliert mehr als vier Prozent

Deutsche Börse-Aktie im Fokus
Dax verliert mehr als vier Prozent

Kursverluste bei der T-Aktie und wachsende Sorgen über den Zustand der Konjunktur sowie die Irakkrise haben die deutschen Standardwerte am Mittwoch deutlich belastet.

HB/dpa/vwd/rtr FRANKFURT. Der Index beendete den Handel um 4,21 Prozent unter dem Vortagesschluss bei 2 624,65 Punkten. Der MDax der 70 mittleren Standardwerte verlor 1,03 Prozent auf 2 886,95 Zähler. Am Neuen Markt sank der Nemax 50 um 2,26 Prozent auf 350,11 Punkte.

HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Kriegsangst sei auch der Grund, weshalb Anleger verstärkt Festverzinsliche kauften, sagten Börsianer. "Heute sind die Leute wieder nervöser", beschrieb ein Rentenhändler die Stimmung am Markt.

Auf die Stimmung der Börsianer drückten zudem die trüben Konjunkturprognosen für Deutschland. So schließen die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute nicht aus, dass die deutsche Wirtschaft bereits in einer leichten Rezession steckt. Nachdem die Binnenkonjunktur schon lange schwer angeschlagen sei, schwächten sich nun auf Grund der Kriegsgefahr in Irak auch noch die außenwirtschaftlichen Impulse ab, sagten die Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Zudem kündigte das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung an, seine Wachstumsprognose für 2003 in Richtung 0,5 Prozent von 1,1 Prozent zu senken.

Telekomverluste drücken Dax

Auf den Dax drückten besonders die starken Kursverluste der Telekom-Aktien von mehr als 8 Prozent. Rund die Hälfte des Dax-Verlustes ging auf das Konto der Telekom. Über 75 Millionen T-Aktien wechselten den Besitzer. Börsianer machten für den Kursrutsch die begebene Wandelanleihe verantwortlich. "Drei Dinge belasten die Telekom-Aktien: Der Verwässerungseffekt durch die bevorstehende Ausgabe neuer Aktien, eine Diskussion um das Erreichen des Schuldenabbauziels und Arbitrage-Geschäfte", fasste Analyst Frank Wellendorf von der WestLB zusammen.

Deutsche-Börse- und HBV-Papiere gefragt

Im Fokus standen auch die Aktien der Deutschen Börse, die spürbar zulegten. Der Finanzplatzbetreiber hat angesichts des boomenden Derivatehandels an der Eurex mit 351,2 Mill. Euro seine Ergebnisprognose für 2002 getroffen und will die Dividende erhöhen.

Die Hoffnung auf ein Ende der Krise bei der Hypo-Vereinsbank (HVB) ließ deren Aktie zeitweise um mehr als 4 Prozent steigen. Händler sprachen von spekulativen Käufen in der Hoffnung, dass die Talsohle nun durchschritten sei. Aber gerade dies bezweifelten Analysten. "Ich möchte mehrere Quartale mit Fortschritten sehen, bevor ich positiver werde", sagte etwa Mark Hoge, Analyst bei der Banc of America Securities. "Das schlimmste ist wohl noch nicht vorbei, ich glaube es könnte allen deutschen Banken noch bevorstehen." Die HVB hat 2002 einen überraschend hohen Verlust verbucht. Außerdem müssen die Aktionäre zum ersten Mal in der Nachkriegszeit auf eine Dividende verzichten.

Ein Minus von rund 1 Prozent auf rund 36 Euro verbuchten die Aktien von Volkswagen. Einige Anleger hatten im Vorfeld auf bessere Zahlen und einen Vorsteuergewinn von über vier Milliarden Euro spekuliert, sagten Händler. Europas größter Automobilhersteller hat für 2002 einen Vorsteuergewinn von knapp vier Milliarden Euro ausgewiesen.

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