Deutsche Börse
Ertragskraft zufriedenstellend - Geschäft mit vielen Risiken

Zufrieden mit der Geschäftsentwicklung allgemein und der operativen Ertragskraft der Deutsche Börse AG insbesondere zeigte sich deren Vorstandsvorsitzender Werner G. Seifert in der Hauptversammlung.

vwd FRANKFURT. Die operative Ertragskraft liege - mit den Zahlen des ersten Quartals 2002 - um etwa zwei Prozent über der des Vorjahres, trotz der Restrukturierung im Zusammenhang mit der laufenden Integration von entroy und der Vorbereitung der Integration von Clearstream. "Deswegen sind wir auch weiterhin optimistisch, unsere Planungen von etwa zehn bis 15 Prozent Umsatzwachstum und eine prozentual darüber hinausgehende Steigerung unseres operativen Ergebnisses für das gesamte Jahr zu realisieren", so Seifert.

Der Neue Markt sei nur ein kleiner Treiber der Skaleneffekte, die die Deutsche Börse in der Xetra Division erzielt, und sei auch in seinen schlechteren Phasen "keine Bedrohung der Ertragskraft der Deutschen Börse". Risiken in den Wachstumsaussichten sieht Seifert in der Umsetzung und Ausgestaltung des Geschäftsmodells.

Die vorteilhaften Skaleneffekte der drei Kernfunktionen - Bauen, Betreiben und Beladen - könnten sich durch eine langjährige und gleichzeitige Schwäche von Kassa- und Terminmarkt in ihr Gegenteil verkehren, mit der Konsequenz einer notwendigen Straffung der Fixkosten. Ebenso könnten falsche Technologie-Entscheidungen die grundsätzliche Skalierbarkeit des Geschäftssystems in Frage stellen, so Seifert. Die Vorteile der integrierten Prozesskette könnten sich durch eine Ausdehnung in Geschäftsfelder, in denen keine Wettbewerbsvorteile möglich sind, reduzieren.

"Aus Zukäufen erwachsen Risken, wenn deren Integration nicht konsequent gelingt", betonte Seifert. Auf der anderen Seite habe die Deutsche Börse viele Möglichkeiten weiteren organischen Wachstums, die erforderliche Ertragskraft für Investionsfinzierung habe das Unternehmen. Denkbar bezeichnet Seifert für die Deutsche Börse die Auslagerung der Wertpapierabwicklung von Kunden auf die Deutsche Börse, welche daraus ein weiteres, hoch skalierbares Geschäft entwickeln könnte. Vorstellbar sei auch, "einer anderern Kundengruppe Elemente des Geschäftsmodells anzubieten, den Fondsverwaltern, die wir heute nicht direkt bedienen".

Seifert zeigt sich stark für die Deutsche Börse, sie sei "schon heute von der Größe und der Wettbewerbsfähigkeit her ihren Wettbewerbern enteilt". Zur Konsolidierung von Börsen und Abwicklungssystemen weltweit, sagte Seifert, die Deutsche Börse strebe hier weiter eine aktive Rolle an, ihr Wettbewerbsvorteil sei die Kapitalmarktfähigkeit. Aber nicht jeder Partner und jedes Geschäftsmodell sei passend, und nicht alle potenziellen Partner, welche bereits die Voraussetzung für einen Zusammenschluss geschaffen haben, seien vom Preis her so attraktiv, als dass sich eine Transaktion im Lichte der damit einher gehenden Verwässerungseffekte für die Aktionäre rechtfertigen ließe.

Von daher strebe die Deutsche Börse nicht nur weiteres Wachstum über den Kauf anderer Organisationen an, sondern suchen auch Partnerschaften, die auf Übernahme des Betriebes anderer Börsen- und Abwicklungsorganisationen fußen.

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