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Deutsche Börse hält an Fusionsüberlegungen fest

dpa FRANKFURT/MAIN. Die Deutsche Börse will beim Zusammenwachsen der europäischen Börsenlandschaft weiter den Ton angeben. Die derzeitige Zersplitterung der Märkte auf dem Kontinent müsse beseitigt werden, sagte Börsenchef Werner Seifert am Donnerstag in Frankfurt auf der ersten Hauptversammlung der Deutsche Börse AG seit ihrem eigenen Börsenstart im Februar.

Die im vergangenen Jahr gescheiterte Fusion mit der London Stock Exchange sei eine verpasste Chance gewesen. Die Idee der geplatzten Großbörse iX sei aber gut und werde nicht aus den Augen verloren. «Wir sollten ein Format finden. Unser Mut, bei der Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft voran zu gehen, ist nicht erloschen», betonte Seifert.

Für 2001 sieht sich die Deutsche Börse AG bestens gerüstet. Ungeachtet der Flaute an den Aktienmärkten soll der Umsatz des börsennotierten Konzerns nach dem Rekordergebnis des Vorjahres um weitere 15 Prozent zulegen, kündigte der Vorstandsvorsitzende an. Der Ertrag werde um bis zu 20 Prozent gesteigert.

Schon im ersten Quartal konnte der Gewinn vor Steuern um 57 Prozent auf 98,8 Millionen Euro erhöht werden. Beim Konzernumsatz wurde binnen Jahresfrist ein Plus von 4,6 Prozent auf 191,7 Millionen Euro erzielt. Die Ergebnisse zeigten, das Geschäftsmodell der Deutschen Börse funktioniere auch bei Kurskorrekturen an den Märkten. Rückgänge etwa beim elektronischen Aktienhandel könnten durch andere Geschäftsbereiche wie den Terminmarkt ausgeglichen werden, sagte Seifert. «Die Deutsche Börse ist nicht davon abhängig, ob der DAX rauf oder runter geht.»

Der Konzern will die Einnahmen aus dem eigenen Börsengang von rund 980 Millionen Euro in den Ausbau der europäischen Plattform für den Aktienhandel stecken. Zudem solle die «globale Marktführerschaft» des Terminmarktes Eurex stabilisiert werden. Die «Kriegskasse», die durch eine Kapitalerhöhung aufgestockt wird, solle außerdem für Übernahmen und Beteiligungen genutzt werden.

Mit einem Aktiensplitt von 10:1 will die Deutschen Börse außerdem ihre eigenen Dividendenpapiere optisch «billiger» machen. Die Anteilseigner sollen vom 2000er Spitzenresultat mit einer Dividende von drei Euro je Aktie profitieren.

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