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Deutsche Börse in Gesprächen mit OM

"Wir sprechen mit OM wie mit allen anderen auch", sagte eine Sprecherin der Deutschen Börse am Dienstag. Zum Inhalt der Gespräche machte sie keine Angaben. Sie lehnte zudem eine Stellungnahme zu Einzelheiten eines Zeitungsberichts ab, wonach die beiden Börsen offenbar über eine Kooperation verhandeln.

Reuters FRANKFURT. OM hatte mit seinem inzwischen gescheiterten Plan zur Übernahme der Londoner Börse (LSE) Fusionspläne der Börsen Frankfurt und London durchkreuzt.

Das "Handelsblatt" hatte zuvor berichtet, ein Sprecher der OM Gruppen habe bestätigt, mit der Deutschen Börse zu sprechen, sich zum Stand der Verhandlungen aber ebenfalls nicht äußern wollen.

Es sei zudem nicht klar, welche Art der Kooperation angestrebt werde, hieß es in dem Bericht der Zeitung. Der Kontakt solle bereits Ende Oktober Kontakt aufgenommen worden sein. Damals sei erwogen worden, ein gemeinsames Übernahmeangebot für die Londoner Börse abzugeben. Die Idee sei aber wieder aufgegeben worden, da die Frist, in der die Schweden ihr Übernahmeangebot noch verändern konnten, nahezu abgelaufen gewesen sei. Das Interesse der deutschen Seite an OM gelte dem Vernehmen nach vor allem der technischen Expertise der Schweden.

Erst Anfang November hatte ein monatelanger Wettlauf um die traditionsreiche Börse London zunächst ein Ende gefunden, der im Mai mit der damals geplanten Fusion der Börsen in Frankfurt und London begonnen hatte und von einem Übernahmenangebot der OM Gruppen für LSE durchkreuzt worden war.

Damals hatten lediglich 6,7 % der LSE-Aktionäre der OM-Offerte mit einem Gesamtwert von umgerechnet mehr als drei Mrd. DM zugestimmt. Mindestens 75 % wären erforderlich gewesen. OM-Gruppen-Chef Per Larsson hatte danach Gespräche mit LSE-Aktionären angekündigt, die zu einem neuen Gebot führen könnten.

Im Gefolge der Berichte über die Gespräche von OM und Deutscher Börse stieg die Aktie der OM Gruppen am Dienstag um sechs Prozent. Am Vortag hatte die Aktie von OM noch 6,5 % abgegeben, was von Analysten mit dem verhaltenen Start der paneuropäischen Börse Jiway erklärte.



Beteiligung an Jiway

OM ist zu 60 % an der im November gestarteten pan-europäischen Börse Jiway beteiligt, die die Schweden gemeinsam mit Morgan Stanley Dean Witter betreibt. Seit der gescheiterten Übernahmen der Londoner Börse hat die OM-Aktie deutliche 40 % ihres Wertes eingebüßt.

Die ursprünglichen Pläne der Börsen London und Frankfurt sahen vor, sich zur Großbörse iX ("International Exchanges") zusammenzuschließen. Darüber hinaus hatten sie mit der US-Technologiebörse Nasdaq vereinbart, einen pan-europäischen Markt für Wachstumswerte zu gründen.

Vor allem die großen Banken und Investmenthäuser fordern ein Zusammenwachsen der insgesamt rund 30 Wertpapiermärkte in Europa, da das Handeln an verschiedenen Börsen höhere Kosten als etwa in den USA verursacht.

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