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Deutsche Börse meldet Rekordergebnis

Die Deutsche Börse hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein höheres Ergebnis erwirtschaftet als erwartet und dafür von Analysten weitgehend positive Kommentare geerntet.

rtr FRANKFURT. Getrieben von den Einnahmen aus dem Terminmarkt Eurex steigerte die Börse nach eigenen Angaben den Gewinn je Aktie auf 2,04 ? von zuvor 1,95 ?. Der Umsatz wuchs auf 760 von 648 Mill. ?. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 757,37 Mill. ? gerechnet. Beim Gewinn je Aktie war im Schnitt 1,99 ? prognostiziert worden.

"Da stimmt fast alles. Das Unternehmen hat ein starkes Wachstum und eine charismatische und durchsetzungsfähige Führung", sagte Jörn Kissenkötter von der Bank MM Warburg am Dienstag. Die Deutsche Bank stufte die Aktie der Deutschen Börse auf "Kaufen" von "Market Perform" hoch. Die Aktie stieg am Dienstag in einem schwachen Markt um 2,4 % auf 44,54 ?.

Die Börse litt angesichts fallender Kurse wie andere Marktplatzbetreiber auch unter dem rückläufigen Interesse an Aktien, konnte dies jedoch durch den Derivatemarkt ausgleichen. So stieg das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) der Eurex, die zu 50 % der Börse gehört, auf 99,3 (Vorjahr: 10,4) Mill. ?. Dagegen fiel das Ebit des Kassemarktes Xetra auf 38,4 Mill. ? nach 82,5 Mill. ? im Vorjahr. MM Warburg und die Deutsche Bank erwarten, dass der Kassemarkt nach dem zurückliegenden schwachen Jahr sich 2002 ungefähr wieder auf diesem Niveau einpendeln wird. Joachim Müller von JP Morgan zeigte sich bei den Volumina im Kassemarkt ebenfalls vorsichtig optimistisch und rechnet außerdem mit weiterem Ergebniswachstum bei der Eurex. Zwar sei nicht mehr mit derart heftigen Wachstumsraten wie 2001 zu rechnen, weil die Basis schon sehr hoch sei. Er kalkuliere aber mit einem Ebit-Zuwachs von weiteren 19 %.

Während die Mehrzahl der befragten Analysten an ihren Kaufempfehlungen festhalten, sieht Analyst Johannes Thormann von der WestLB Panmure keinen Anlass, seine Bewertung mit "Underperform" zu ändern. "Unter dem Strich entsprechen die Zahlen meinen Erwartungen und nach unserem Modell ist die Aktie überbewertet", sagte Thormann.

Möglicherweise weitere Expansion

Möglicherweise werde die vor der vollständigen Übernahme des Wertpapierabwicklers Clearstream stehenden Börse die Konsolidierung der Börsenlandschaft durch eine Art Zangentechnik weiter vorantreiben, sagte Müller. Auf der einen Seite könnte das Unternehmen auf der Börsenebene voranschreiten und gleichzeitig beim Settlement Marktanteile gewinnen.

Am Vortag hatte der Aufsichtsrat der Börse den Weg frei gemacht für eine Offerte zur Übernahme der 50 % an Clearstream, die die Börse noch nicht besitzt. Das Übernahmeangebot beläuft sich nach früheren Angaben auf rund 1,6 Mrd. ? und bedarf der Zustimmung von zwei Dritteln der rund 90 Aktionäre von Cedel International, die die anderen 50 % an Clearstream hält. Sollte der Kauf zustande, kommen würde die Deutsche Börse AG dabei weite Teile ihres Erlöse aus dem Börsengang aus dem Februar 2001 von knapp einer Milliarde Euro aufbrauchen. Die Börse will durch die vollständige Übernahme von Clearstream in Zukunft alle Dienstleistungen im Wertpapiergeschäft - vom Handel über die Abwicklung bis zur Abrechnung - aus einer Hand anbieten.

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