Deutsche Börse nannte keine Gründe für ihre Entscheidung
Post-Aktie gibt trotz Dax-Nominierung nach

Die angekündigte Aufnahme der Deutschen Post AG in den Deutschen Aktienindex (Dax) hat sich zunächst nicht positiv auf die Aktie des Bonner Konzerns ausgewirkt.

Reuters FRANKFURT. Die "Aktie Gelb" büßte am Donnerstag im frühen Handel in einem freundlichen Umfeld sogar 0,4 % auf 23,20 Euro ein. Am Mittwochabend hatte die Deutsche Börse mitgeteilt, das Post-Papier werde im März in den Dax aufgenommen. Dafür muß Karstadt-Quelle AG das Börsenbarometer verlassen, was am Donnerstag zu kräftigen Verlusten bei der Aktie des Handelskonzerns führte.

Einen kräftigen Gewinn erzielte Adidas-Salomon, die ebenfalls als möglicher Absteiger aus dem Dax gehandelt worden war, nun aber in dem wichtigsten deutschen Börsenbarometer verbleibt.

Die Börse hatte am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitgeteilt, dass die Post-Aktie ab dem 19. März in den Dax aufgenommen wird und Karstadt-Quelle dafür herausfallen. Analysten hatten entweder die Auswechslung von Karstadt-Quelle oder der Adidas AG-Salomon erwartet, da beide Unternehmen bei den Ausschlag gebenden Kriterien Marktkapitalisierung und Börsenumsatz zu den schwächsten Titeln im Dax zählten. Karstadt-Quelle wird in den MDax für 70 Nebenwerte übergehen. Die "Aktie Gelb" stieg dagegen nach ihrem Börsendebut im November zu der schwergewichtigsten Titeln am Markt auf. Im MDax sowie dem Nemax-50-Index des Neuen Marktes für Wachstumsfirmen wechselt die Deutsche Börse je drei Titel aus.

Maßgeblich für Index-Änderungen sind von der Börse monatlich erstellte Ranglisten nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz der Firmen. Die Deutsche Post war auf dem jüngsten Ranking mit einem Marktwert von 12,95 Mrd. Euro und einem Börsenumsatz von 7,6 Mrd. Euro klar zum Dax-Aspiranten aufgestiegen, während Karstadt-Quelle und Adidas-Salomon lediglich auf Werte zwischen 2,5 und 4,4 Mrd. Euro kamen. Die Zugehörigkeit einer Gesellschaft zu einem bedeutenden Index ist deshalb von Vorteil, da sie dadurch zum einen mehr Aufmerksamkeit genießt und zum anderen Fondsgesellschaften die Barometer bei der Zusammensetzung ihrer Portfolios nachbilden.

Händler sagte mit Blick auf die schwächere Tendenz der Post-Aktie trotz des Dax-Aufstiegs, dass die Entscheidung der Börse erwartet worden und dementsprechend bereits im Kurs enthalten sei. Zudem bauten passten Index-Fonds ihre Zusammensetzung erst am Tag der Umstellung an. Karstadt-Quelle gaben am Donnerstagmorgen rund drei Prozent auf 36,40 Euro ab, während Adidas-Salomon um gut vier Prozent auf 74,86 Euro stiegen. Der Dax tendierte 0,25 % fester.

Die Börse begründete die Herausnahme von Karstadt-Quelle nicht. Neben den Kriterien Marktkapitalisierung und Börsenumsatz kann die Börse bei Index-Entscheidungen auch auf so genannte "weiche Faktoren" zurückgreifen. Index-Experten verwiesen in diesem Zusammenhang unter anderem darauf, dass der Streubesitz ("Free-Float") von Karstadt-Quelle mit nur rund einem Drittel verhältnismäßig gering sei. Der Free-Float wird im kommenden Jahr der Ausschlag gebende Faktor bei der Berechnung der Marktkapitalisierung. Zudem habe möglicherweise die Handelsqualität der Kaufhaus-Aktie nicht ausgereicht, da es bei dem Papier zuletzt einen großen Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis gegeben habe, sagte Analyst Stephan Appelhans von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Anderen Index-Experten verwiesen darauf, dass die Aktie von Adidas-Salomon im Verhältnis zur Firmengröße eine sehr hohe Liquidität aufweise.

Neu in den MDax neben KarstadtQuelle kommen zudem AWD AG und die Norddeutsche Affinerie, deren Aktien am Donnerstag um 3,3 beziehungsweise 1,8 % zulegten. Aus dem Nebenwerte-Index herausgenommen werden Tarkett Sommer, KSB AG sowie Klöckner, deren Papiere leicht nachgaben. Die Klöckner-Aktie muss ohnehin das Barometer verlassen, da die Gesellschaft von der ebenfalls im MDax gewichteten WCM AG mehrheitlich übernommen wurde. In den Nemax-50 werden die Aktien von Lambda Physik, MorphoSys und SAP Systems Integration (SI) aufgenommen. Die Aktien der Unternehmen reagierten auf diese Entscheidung unterschiedlich. Während Lambda und Morphosys leicht nachgaben, stiegen SAP SI um rund drei Prozent. Edel music , Gauss Interprise und Intertainment - die aus dem Nemax-50 absteigen - gaben indes deutlich nach.

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