Deutsche Börse-Papiere gefragt
Kriegsangst und Deutsche Bank drücken Dax

Die Angst der Anleger vor konjunkturschädigenden Folgen eines möglichen Irak-Krieges sowie schwache Zahlen der Deutschen Bank haben den Deutschen Aktienindex (Dax) auch am Freitag belastet und zu einem hohen Wochenverlust geführt. Deutschlands wichtigster Börsen-Index schloss rund drei Prozent tiefer bei 2 569 Punkten.

Reuters FRANKFURT. Damit summieren sich die Verluste seit Wochenbeginn auf mehr als 5 %. Händler machten erneut die Kriegsängste für den Absturz verantwortlich. Als einziger der 30 Dax-Werte beendete die Deutsche Börse den Handelstag im Plus.

Auch in der kommenden Woche erwarten viele Experten keine Besserung. Solange sich keine Lösung des Irak-Konfliktes abzeichne, könne der Dax durchaus auf seine alten Tiefstände vom Oktober 2002 zurückfallen, als er bei 2 519 Zählern den tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren markierte, sagte der Aktienstratege Hans Beth von der LB Rheinland-Pfalz. Die USA und Großbritannien haben sich inzwischen für eine weitere UNO-Resolution ausgesprochen, die einen Krieg gegen Irak autorisieren würde.

Neben dem Dax schloss auch der Nebenwerte-Index MDax 1,8 % im Minus bei 2 903 Punkten. Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax 50 gab um 0,37 % auf 345 Zähler nach. In den USA tendierten die Börsen zum Handelsschluss in Frankfurt ebenfalls schwächer. Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte verlor rund ein Prozent und die Technologiebörse Nasdaq 1,2 %.

Deutsche Bank verdient weniger als erwartet

Im Mittelpunkt des deutschen Handels standen die Papiere der Deutschen Bank, die sich um 3,74 % auf 37,58 Euro verbilligten. Deutschlands größtes Kreditinstitut hat im vierten Quartal 2002 mit einem Vorsteuergewinn von 237 Mill. Euro vor allem wegen schwächerer Ergebnisse im Eigenhandel weniger verdient als von Analysten erwartet. Fondsmanager sagten, die Zahlen seien dennoch besser als die der deutschen Konkurrenten.

Unter Abgabedruck standen auch die Scheine von Thyssen-Krupp, Linde und der Deutschen Post, die zwischen 3,5 und mehr als 5 % verloren. Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Unternehmen auf ihre Beobachtungsliste mit negativem Vorzeichen gesetzt, wodurch eine Herunterstufung der Bonität wahrscheinlicher wird.

Gegen den schwachen Markttrend legten die Titel der Deutschen Börse um 1,35 % auf 33,84 Euro zu. Der Finanzplatzbetreiber hatte zuvor ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) für 2002 von 350 bis 355 Mill. Euro statt der bislang prognostizierten 320 Mill. Euro in Aussicht gestellt. Der Bericht für 2002 werde sehr gute Ergebnisse zur Gewinnentwicklung und zur Kostenreduzierung bringen, schätzte auch der Merrill Lynch-Analyst Manus Costello.

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