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Deutsche Börse trennt Preise für Wertschöpfungsstufen in Handel, Clearing und Abwicklung von Aktien

Die Deutsche Börse führt zum 1. 1. 2005 ein neues Preismodell für den Aktienhandel ein. ...

Die Deutsche Börse führt zum 1. 1. 2005 ein neues Preismodell für den Aktienhandel ein. Wesentliche Änderungen sind die Trennung der Entgelte für alle drei Wertschöpfungsstufen Handel, Clearing und Abwicklung sowie die Neugestaltung der Preisbasis im Clearing. Ziel ist eine noch präzisere Ausrichtung auf die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse im elektronischen Handel. Mit dem neuen Preismodell bleibt die Deutsche Börse der günstigste Anbieter von Handel, Clearing und Abwicklung in Europa. Gleichzeitig ist die Eurex Clearing AG das erste Clearing-Haus in Europa, das Teilausführungen nicht berechnet und somit der Handelsseite bereits vor der Orderausführung eine vollständige Vorhersehbarkeit der Clearingentgelte bietet.
Durch die Einführung der elektronischen Handelsplattform Xetra mit dem offenen Limit-Orderbuch hat die Deutsche Börse die Handelskosten gesenkt und den Handelsteilnehmern standortunabhängigen Zugang ermöglicht. Vor dem Hintergrund des stark wachsenden internationalen Geschäfts auf Xetra und den damit verbundenen Anforderungen nach gesteigerter Flexibilität und erhöhter Effizienz im Bereich des Handels und der Abwicklung hat die Deutsche Börse im April 2003 den Zentralen Kontrahenten für Aktien eingeführt. Damit hat sie die Markteffizienz und Marktqualität weiter erhöht. Seit der Einführung des Zentralen Kontrahenten ist die Liquidität auf Xetra, gemessen am so genannten Xetra Liquiditätsmaß (XLM), im Durchschnitt um über 50 Prozent gestiegen. Für die Teilnehmer haben sich damit bis heute die impliziten Handelskosten um über 500 Mio. Euro reduziert.
Im neuen Preismodell werden die Clearing- und Abwicklungsentgelte getrennt ausgewiesen und das Abwicklungsentgelt auf Basis der entstehenden Abwicklungsinstruktionen berechnet. Damit partizipieren die Teilnehmer in der Abwicklung direkt von der Zusammenfassung der Transaktionen im Clearing, insbesondere durch Netting.
Darüber hinaus wird das Clearing-Entgelt für Xetra-Transaktionen nicht mehr auf Basis von Teilausführungen im Handel, sondern erstmals in Europa auf Basis ausgeführter Aufträge berechnet. Dieses Preismodell ermöglicht den Teilnehmern, neben den Handelsentgelten auch die Clearingentgelte schon vor der Ausführung eines Auftrags zu kalkulieren.
Zusätzlich wird das neue Entgeltmodell um eine Komponente zur Förderung elektronisch generierter, liquiditätsspendender Aufträge in Xetra ergänzt. Kostensensitive Handelsaktivitäten, wie der auf Arbitrage ausgerichtete Eigenhandel, die positive Effekte auf die Liquidität im Handel haben, werden damit zusätzlich gesteigert. Entsprechende Pilotprogramme, mit denen die Deutsche Börse im Jahr 2004 den Effekt solcher Preismodelle untersucht, werden vom Markt hervorragend aufgenommen und haben die Marktqualität weiter verbessert. Die genaue Gestaltung dieses Programms will die Deutsche Börse nach Abschluss einer derzeit laufenden Testphase mit Xetra-Teilnehmern im 4. Quartal 2004 vorstellen.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 29.09.2004

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