Deutsche Branche freut sich: Erdöl- und Erdgasförderung profitiert von hohen Preisen

Deutsche Branche freut sich
Erdöl- und Erdgasförderung profitiert von hohen Preisen

Die deutschen Erdöl- und Erdgasförderer profitieren von den hohen Energiepreisen durch den Irak-Krieg. Die Branche hat allerdings kein Interesse an hohen Preisen, die unter großen Schwankungen zu Stande kämen. Besser seien angemessene und stabile Preise.

HB/dpa HAMBURG. "Gegenwärtig wird gut verdient, das ist gar keine Frage", sagte Gernot Kalkoffen, der Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG), am Mittwoch in Hamburg. Das von der Opec angestrebte Preisband von 22 bis 28 Dollar je Barrel sei durchaus vernünftig. Eine mittelfristige Preisprognose wollte Kalkoffen wegen der großen Unsicherheiten nicht abgeben.

Im abgelaufenen Jahr förderten die Unternehmen in Deutschland 20,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas, das entspricht dem Niveau der beiden vergangenen Jahre. Damit werden rund 20 Prozent des inländischen Verbrauchs aus eigenen Quellen abgedeckt. "Die Unternehmen unseres Verbandes leisten damit einen wichtigen Beitrag zur sicheren und störungsfreien Energieversorgung", sagte Kalkoffen. Wichtigstes Förderland ist Niedersachsen, wo 89 Prozent des deutschen Erdgases gefördert werden. Die Reserven reichen ohne neue Funde rechnerisch für weitere 15 Jahre.

Anders sieht es beim Öl aus, wo die alten Quellen in Niedersachsen langsam erschöpft sind und Jahr für Jahr weniger liefern. Dennoch stieg die deutsche Ölförderung um 7,5 Prozent auf 3,7 Millionen Tonnen, was einem Anteil von drei bis vier Prozent am deutschen Verbrauch entspricht. "Die steigende Förderung aus dem größten deutschen Ölfeld Mittelplate hat die rückläufige Förderung anderer Felder mehr als ausgeglichen", erklärte der Verbandschef. Schleswig- Holstein ist mit einem Anteil von 58 Prozent nun das Bundesland mit der höchsten Ölförderung, vor Niedersachsen mit 38 Prozent.

Die Branche mit ihren mehr als 6 300 Beschäftigten erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Inlandsumsatz von drei Milliarden Euro, das sind rund 500 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Ursache für den Umsatzrückgang waren niedrige Energiepreise im ersten Halbjahr 2002. Die deutschen Unternehmen sind auch im Ausland stark in der Erdöl- und Erdgasförderung engagiert. Im vergangenen Jahr stieg die Auslandsförderung von Erdöl um fünf Prozent auf 18,9 Millionen Tonnen und von Erdgas um um 6,5 Prozent auf 5,1 Milliarden Kubikmeter.

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