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Deutsche Designerinnen: Leben zwischen Spaß und ExistenzängstenDPA-Datum: 2004-07-21 11:06:13

Düsseldorf (dpa) - «Mode verkauft man über einen berühmten Namen, Masse oder Individualität», sagt die erfolgreiche deutsche Designerin Anja Gockel. Für die 36-Jährige ist klar, dass für neue Talente auf dem umkämpften Mark - mit großen Namen wie Jil Sander und Gabrielle Strehle - Individualität die beste Strategie ist. Die Mainzerin gehört zu einer Gruppe neuer Hoffnungsträger, die von der Igedo Company in Düsseldorf gefördert werden.

Düsseldorf (dpa) - «Mode verkauft man über einen berühmten Namen, Masse oder Individualität», sagt die erfolgreiche deutsche Designerin Anja Gockel. Für die 36-Jährige ist klar, dass für neue Talente auf dem umkämpften Mark - mit großen Namen wie Jil Sander und Gabrielle Strehle - Individualität die beste Strategie ist. Die Mainzerin gehört zu einer Gruppe neuer Hoffnungsträger, die von der Igedo Company in Düsseldorf gefördert werden.

Manchem neuen Talent wird durch die Teilnahme an der weltweit größten Modemesse CPD woman-man (Collections Premieren Düsseldorf - 1.-3. August) ein Forum geboten. Dort können sie sich einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen.

Zu Deutschlands neuer Designer-Generation zählt die Wahl-Düsseldorferin Anita Karthaus. Sie hat bereits als Kind Kleider für ihre Puppen genäht. Nachdem schon ihre Mutter als Schneiderin gearbeitet hatte, war für die Tochter aus dem polnischen Masuren die klassische Karriere mit Schneiderlehre und Modeschule programmiert. Mit Ende 30 kann Karthaus inzwischen acht Jahre Selbstständigkeit in einer schwierigen Branche feiern.

«Ich wünsche mir mutigere, farbenfrohere, tragbare Mode», sagt sie über das deutsche Angebot. Ihre Inspirationen findet Karthaus entsprechend nicht in in der Heimat, sondern bei den Modemessen in Paris. «In Paris gibt es mehr bunte Vögel.» Hier holt sie sich Impulse für ihren Mix aus strengen Linien bei Hosen und Röcken und verspielter Romantik bei Blusen und Oberteilen.

Gern spielt sie mit Stoffen - Seide, Taft und Leinen - in Erdtönen und Grün. Die bezieht sie mit Vorliebe aus Fernost. «Mode hat viel mit Gefühl zu tun.» Das möchte sie mit ihren Kreationen bei den Kundinnen ansprechen.

Ihre Leidenschaft bei der Vorbereitung der Kollektion für den Sommer 2005 ist aber bereits getrübt von Existenzängsten. Zwar beliefert sie über ihr Düsseldorfer Atelier und Vertreter in den Niederlanden und Belgien drei Geschäfte in der Schweiz und in Moskau. «Doch das Geschäft in Deutschland ist eher schleppend», sagt die zierliche Blondine, die ihre Modelle in Köln produzieren lässt.

Recht etabliert - mit zwei Geschäften und zehn Angestellten in Berlin und Köln - ist Gesine Moritz. Obwohl die 60-jährige Kölnerin schon seit 40 Jahren im Geschäft ist, zählt die Igedo sie hinsichtlich ihrer Entwürfe noch immer zu den aufstrebenden Talenten, die mehr Aufmerksamkeit verdienten. «Wir müssen den Frauen gerecht werden und ihnen anbieten, was sie nicht schon hundertfach im Schrank haben», beschreibt die erfahrene Designerin ihre Linie.

Und damit fährt sie gut. «Wir haben keine Probleme», sagt sie über die Wirtschaftslage ihrer Firma. Als eine Pionierin des Schlabberlooks machte sich Gesine Moritz in den 80er Jahren einen Namen in der deutschen Branche. Heute bevorzugt sie die elegante Linie. Für das Frühjahr 2005 will sie mit Reminiszenzen an den legendären Stil der Coco Chanel überraschen. «Schwarz, Weiß und Creme-Töne. Dazu einen farbenfrohen Hauch aus der Provence», verrät sie über ihre Präsentation auf der kommenden CPD.

Im Kreis der neuen Trendsetter darf sich Anja Gockel als ermutigendes Beispiel fühlen. Sie hat es geschafft: Nach ihrem Weggang aus London vor vier Jahren konnte sie ihren damaligen Kundenstamm von 5 auf mittlerweile 75 Geschäfte in 15 Ländern ausbauen. In London hatte sie mit Paul Mccartneys Tochter Stella studiert und ihr Talent mit dem «Master of Art» geadelt.

«Ich mache keine Mode für magersüchtige Models, sondern für die Normalfrau», beschreibt sie ihr Erfolgsgeheimnis. «Auch in Größe XL sehen unsere Modelle immer noch gut aus.» Ihre Mode ist sehr feminin. Ihren Stil sieht sie «zwischen Glamour und Straße». Laut Verband der Modedesigner in Würzburg gehört Gockel zu den 8000 Designern in Deutschland, die sich durch Kreativität und Mut ein Stück vom Modekuchen abschneiden können.

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