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Deutsche Einfuhrpreise im April gestiegen

Die deutschen Einfuhrpreise sind im April insbesondere wegen der gestiegenen Preise für Rindfleisch sowie für Erdöl und Mineralölerzeugnisse angezogen.

Reuters WIESBADEN. Die deutschen Einfuhrpreise sind im April vor allem wegen höherer Preise für Rindfleisch und Mineralölerzeugnisse stärker als erwartet gestiegen. Zu dem Preisanstieg habe auch der schwächere Euro-Kurs beigetragen, der die Verteuerung von Rohöl noch verschärfe, sagten Analysten. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Importpreise um 0,5 % nach einem Rückgang um 0,3 % im März, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Analysten hatten nur mit plus 0,4 % gerechnet. Im Jahresabstand stiegen die Einfuhrpreise im April um 5,1 %, während Volkswirte nur eine Jahresrate von 4,9 % prognostiziert hatten. Importiertes Rindfleisch kostete den Angaben zufolge im April 11,5 % mehr als im März. Erdöl verteuerte sich um 5,1 %, und die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen um 7,6 %. Im Vergleich zum April 2000 hätten sich wie bereits im Vormonat insbesondere Erdgas (plus 64,8 %), Schweinefleisch (plus 50,1 %) und Geflügel (plus 24,6 %) verteuert. Rohkaffee verbilligte sich dagegen binnen Jahresfrist um 22,7 %. Abgesehen von eingeführten Ölerzeugnissen und Nahrungsmitteln blieben die Preise dagegen im Monatsvergleich stabil. So veränderte sich die Kernrate von März auf April nicht, während sie im Vergleich zum April 2000 ein Plus von 4,2 % aufwies.

Nach Einschätzung von Christoph Hausen, Volkswirt von der Commerzbank, sorgte der schwächere Euro im April für zusätzlichen Preisdruck. "Der Ölpreis ist in Euro stärker gestiegen als in Dollar", sagte er. Die an sich steigenden Ölpreise und der schwache Wechselkurs verstärkten sich gegenseitig. Seit Anfang des Jahres ist der Euro zum Dollar rund zehn Cent gefallen und notiert derzeit bei Kursen um 0,86 Dollar. Im April hatte sich die Gemeinschaftswährung um 0,90 Dollar eingependelt. Der Preis für Öl der Nordseemarke Brent war im April um rund drei Dollar auf 27,50 Dollar geklettert.

Die Einfuhrpreise sind ein maßgeblicher Bestandteil der Verbraucherpreise, die hierzulande im Mai nach einer ersten Berechnung mit 3,5 % so stark gestiegen sind wie seit Dezember 1993 nicht mehr. Wegen des anhaltenden Preisauftriebs in der Euro-Zone kann die Europäische Zentralbank (EZB) nach Einschätzung von Analysten derzeit die Leitzinsen nicht weiter senken, auch wenn die schwächere Konjunktur für einen solchen Schritt spräche. Ein stabiles Preisniveau zu gewährleisten, ist das oberste Ziel der EZB, die dafür eine Obergrenze bei einer Jahresteuerungsrate von zwei Prozent festgelegt hat. Die Inflationsrate hatte in der Euro-Zone im April bei 2,9 % gelegen und wird nach Prognosen von Analysten im Mai auf 3,1 % klettern. Der Euro war in der vergangenen Woche wegen der trüberen Wachstumsaussichten für die Euro-Zone auf ein Jahrestief von 85 US-Cent gefallen. Bundesbankpräsident Ernst Welteke hatte sich daraufhin besorgt geäußert, der schwächere Euro könne die Inflation im Währungsgebiet verstärken.

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