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Deutsche Elitetruppe angeblich nach Oman verlegt

Deutsche Spezialtruppen sind nach einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" zu einem geheimen Einsatz auf die arabische Halbinsel verlegt worden.

rtr BERLIN. In der Donnerstagausgabe der Zeitung hieß es, etwa hundert Soldaten des in Calw stationierten Kommando Spezialkräfte (KSK) seien am vergangenen Montag vom US-Militärflughafen Ramstein aus offenbar in das Sultanat Oman geflogen worden. Beteiligt an dem Einsatz seien neben den vierköpfigen Spezialkommandos auch Versorgungskräfte. Die Soldaten sollten zunächst in einem US-Lager in Zelten untergebracht werden. Der Einsatz im Rahmen der Unterstützung der USA in ihrem Kampf gegen die Urheber der Anschläge vom 11. September solle vier bis sechs Monate dauern. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin sagte, zu dem Bericht werde keine Stellungnahme abgegeben. Zu Einsätzen der KSK werde grundsätzlich nichts gesagt, um die Soldaten nicht zu gefährden.

Einheiten der Bundesmarine zur Unterstützung der USA werden nach Angaben von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) Anfang Januar in die Krisenregion verlegt. Als wahrscheinlichsten Einsatzort nannte Scharping in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe) die Region der arabischen Halbinsel. Dort sollten auch Lufttransporte geleistet und Verwundete in Sicherheit gebracht werden. "Auch die ABC-Abwehrtruppe ist ausgebildet und zusammengestellt." Sie könne ebenfalls in die Region verlegt werden, sagte Scharping der Zeitung.

Bereits am Mittwochabend widersprach das Verteidigungsministerium Presseberichten, denen zufolge die Bundeswehr der internationalen Schutztruppe für Afghanistan im Rahmen eines UNO-Mandats 2600 Soldaten zur Verfügung stellen will. Bei einem entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" handele es sich um Spekulationen, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. Die internationale Truppe soll die neue afghanische Regierung schützen, die am 22. Dezember ihre Arbeit aufnehmen soll. Das Mandat wird der UNO-Sicherheitsrat vermutlich am Freitag beschließen. Es dürfte sich um ein so genanntes robustes Mandat handeln, bei dem die Truppe ihren Auftrag notfalls auch mit Waffengewalt durchsetzt. Der Bundestag könnte am kommenden Mittwoch in einer Sondersitzung der Entsendung deutscher Soldaten zustimmen. Die Führung der Truppe soll bei Großbritannien legen.

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