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Deutsche Exporte im Oktober nur leicht gestiegen

Wegen der weltweiten Konjunkturschwäche hat die Dynamik der deutschen Exporte im Oktober weiter nachgelassen. Die Ausfuhren seien im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 1,1 % auf 112,3 Mrd. DM so wenig gewachsen wie seit Mai 1999 nicht mehr, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

rtr FRANKFURT. Der Wert der Importe sei vor allem wegen des Ölpreisrückgangs um 3,4 % auf 94,5 Mrd. DM gesunken. "Das langsamere Exportwachstum war zu erwarten, weil der Welthandel sich deutlich verlangsamt. Erstaunlich ist, dass die Schwäche vor allem aus der Euro-Zone selbst kommt und nicht aus Drittländern wie den USA", sagte Andreas Scheuerle, Analyst von der DGZ DekaBank.

Der Überschuss in der deutschen Handelsbilanz hat sich nach vorläufigen Berechnungen des Wiesbadener Amtes im Oktober auf 17,9 (September 12,7) Mrd. DM ausgeweitet und lag auch über dem Vorjahreswert von 13,3 Mrd. DM. Im Lauf des Jahres hat sich der Zuwachs bei den Exporten drastisch verringert: Während im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat noch ein Plus von 23 % verzeichnet wurde, waren es im August nur noch 9,3 % und im Oktober schließlich 1,1 %.

In den kommenden beiden Monaten ist nach Einschätzung von Harald Jörg von der Dresdner Bank bei den Exporten ein kräftiges Minus zu erwarten. "Wir erwarten im vierten Quartal einen Exportrückgang um zwei Prozent zum Vorquartal, nachdem die Ausfuhren im dritten Quartal noch überraschend stark waren." Christoph Hausen von der Commerzbank rechnet erst Mitte nächsten Jahres mit deutliche stärkeren Exporten. "Man kann nicht darauf setzen, dass die Konjunkturbelebung von der Exportwirtschaft ausgeht". Vielmehr seien Impulse von den Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank auf die Binnennachfrage zu erwarten.

Scheuerle zufolge bestätigt sich angesichts des schwachen Außenhandels, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr dieses Jahres in einer Rezession steckt. "Nach der roten Null beim Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal erwarten wir für das vierte Quartal ein Minus von 0,4 % zum Vorquartal", sagte Scheuerle. Der Volkswirt zeigte sich überrascht, dass die Exporte in die Länder der Euro-Zone stärker gesunken seien als in Drittländer. Die Ausfuhren in die elf Länder des Währungsgebiets verringerten sich gegenüber Oktober 2000 um 2,5 % auf 47,6 Mrd. DM. In Drittländer erhöhten sich dagegen die Exporte um 4,6 % auf 51,4 Mrd. DM.

Die Einfuhren schrumpften nach Angaben des Bundesamtes im Oktober inzwischen im dritten Monat in Folge, nachdem im Januar noch ein Plus von 21,4 % verzeichnet worden war. Am Rückgang der Importe zeige sich die Schwäche der Binnennachfrage, aber auch der geringere Export, weil die Exportwirtschaft viele Vorleistungsgüter aus dem Ausland beziehe, sagte Scheuerle.

Die Leistungsbilanz schloss den nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank im Oktober mit einem Überschuss von 8,7 Mrd. DM nach einem Defizit von revidiert 0,7 Mrd. DM im September und einem Fehlbetrag von 0,9 Mrd. DM vor Jahresfrist. In den ersten zehn Monaten erhöhten sich die Ausfuhren binnen Jahresfrist um 8,9 % auf 1,045 Billionen DM und die Einfuhren um 5,5 % auf 904 Mrd. DM.

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