Deutsche Fahrer enttäuschen: Eberharter schreibt Ski-Geschichte

Deutsche Fahrer enttäuschen
Eberharter schreibt Ski-Geschichte

Stephan Eberharter hat Ski-Geschichte geschrieben und seinem Dauerrivalen Hermann Maier den Weltmeistertitel im Super-G noch entrissen. Der 33-jährige Österreicher gewann zwölf Jahre nach seinem ersten WM-Sieg zum Auftakt der Titelkämpfe in St. Moritz am Sonntag den Titel im Super-G.

HB/dpa ST. MORITZ. Eberharter lag in 1:38,80 Minuten mit 0,77 Sekunden Vorsprung souverän vor den zeitgleichen Maier und Bode Miller (USA). Die beiden deutschen Starter konnten die ohnehin geringen Erwartungen nicht erfüllen: Max Rauffer (Leitzachtal) schied schon nach rund 30 Sekunden aus, Stefan Stankalla (Partenkirchen) fuhr auf Platz 23.

Das Enderegbnis des Super-G der Herren in der Übersicht

"Ich habe alle Höhen und Tiefen kennen gelernt. So noch einmal zuzuschlagen ist sehr schön", sagte Eberharter, der definitiv seine letzte WM absolviert. "Es hat zu 100 % gepasst, ich kämpfte wie ein Tiger", sagte der "Steffinator". Seinen dritten WM-Goldmedaille nach seinen Siegen in Super-G und Kombination in Saalbach 1991 feierte der Zillertaler schon im Zielraum mit seinen Eltern und begoss den Triumph mit dem für Österreichische WM-Sieger üblichen Schnaps.

"Stephan verdient diesen Sieg, er ist der Beste der Welt. Er stand immer im Schatten von Hermann Maier", sagte Bode Miller, der nach zwei Mal Olympia-Silber 2002 wieder Zweiter wurde. Mit Platz zwei arbeitete Maier weiter an seinem Mythos. 17 Monate nach seinem schweren Verkehrsunfall hatte der dreifache Gesamt- Weltcupsieger erst vor einer Woche mit dem Sieg beim Super-G von Kitzbühel sein unglaubliches Comeback gekrönt. Mit WM-Silber war der "Herminator" jedoch gar nicht zufrieden: "Es wäre mehr drin gewesen, ich habe mich im unteren Teil total verfahren und den Sieg verschenkt", sagte der 30-Jährige, der seine Fahrt im Ziel Kopf schüttelnd kommentiert hatte.

"Maier hat das Rennen unten verloren, da ist der zu rund gefahren", erkannte Eberharter, der von der Dauer-Rivalität in der Stunde seines Triumphes nichts wissen wollte: "Sieger des WM-Rennens zu sein ist wichtiger, als Hermann Maier zu schlagen. Wir haben kein schlechtes Verhältnis, das wird von den Medien aufgespielt." Maier gratulierte seinem siegreichen Teamkollegen jedoch erst, nachdem er sich über die eigenen Fehler genügend ausgelassen hatte. "Stephan ist ein würdiger Sieger", sagte Maier.

Die Schweizer Gastgeber gingen als Mitfavoriten ebenso leer aus, wie Titelverteidiger Daron Rahlves (USA) und Olympiasieger Kjetil Andre Aamodt. Der Norweger wurde Fünfter, Rahlves kam unter ferner liefen. Der deutsche Cheftrainer Martin Oßwald und Alpin-Chef Walter Vogel hatten einen Platz unter den besten zehn als Ziel ausgegeben. Stankalla verpasste die Vorgabe nach mehreren Fahrfehlern um 13 Ränge. "Ich bin natürlich nicht zufrieden. Ich habe alles riskiert, aber mich dabei ein wenig verpokert", sagte der 27-Jährige. Rauffer verpasste nach 30 Fahrsekunden ein Tor des schwierig gesetzten Kurses. "Der Sprung ging weiter, als ich dachte. Das ist für mich sehr schade", erklärte der Leitzachtaler.

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