Deutsche Finanzhäuser schaffen neue Strukturen: Hedge Funds behaupten sich im Markt

Deutsche Finanzhäuser schaffen neue Strukturen
Hedge Funds behaupten sich im Markt

Die Branche erwartet ein weiter steigendes Interesse deutscher Anleger und richtet ihre Produkte neu aus.

FRANKFURT/M. Die Hedge-Funds- Branche hat im vergangenen Jahr zwar ihr schlechtestes Ergebnis seit 1998 erzielt. Mit einem durchschnittlichen Plus von 3 bis 4 % fuhren Investoren aber deutlich besser als beispielsweise mit Aktien. Die Branche erwartet daher ein steigendes Interesse vor allem deutscher Anleger und richtet ihre Produkte neu aus.

Rund 70 % der am Weltmarkt tätigen Hedge Funds haben wegen der geringen Anlageresultate nach Schätzungen von Fachleuten im vergangenen Jahr keine Erfolgsgebühr einstreichen können. Die Vergütung der Hedge-Funds-Manager ist im Gegensatz zu Managern traditioneller Investmentfonds stark vom Anlage-Erfolg abhängig. Von den in Deutschland aufgelegten Produkten wies während der vergangenen zwölf Monate lediglich das Comas- II-Zertifikat der Commerzbank ein positives Ergebnis (+ 4,8 %) auf.

Wegen der im Vergleich zu früheren Jahren unbefriedigenden Anlageresultate rechnet Oliver Schupp, Präsident der amerikanischen Fachorganisation CSFB Tremont mit einer weiteren weltweiten Bereinigung des noch jungen Hedge- Funds-Marktes. Im Jahr 2002 hätten rund 800 Hedge Funds ihr Geschäft aufgeben müssen, sagt Schupp. Die Zahl der weltweit aktiven Hedge Funds wird auf 5 500 bis 6 000 geschätzt.

Ungeachtet der unbefriedigenden Ergebnisse des Jahres 2002 erwiesen sich Kapitalanlagen in Hedge Funds im Sinne der Risikostreuung über viele Jahre hinaus als sinnvoll. "Auch wenn die Resultate hinter den Erwartungen zurückliegen, könnten sich Hedge Funds im Vergleich zu traditionellen Anlageformen äußerst gut behaupten" sagt Patrick Husistein von Credit Suisse.

"Nach der nun stattfindenden Konsolidierung sollten neue, kostengünstigere und vor allem transparentere Produkte den Weg für die neue Assetklasse Hedge Funds freimachen", sagt Frank Hertfelder, Leiter des Fondsmanagements der Daimler-Chrysler Bank AG.

In den vergangenen Tagen haben deutsche Banken bereits neue Hedge-Funds- Produkte angekündigt. So hat die WestLB AG 1 Mill. Global Hedge- Index-Zertifikate mit einer Laufzeit bis zum 4. April 2008 begeben. Mit diesen Zertifikaten investieren Anleger in Terminkontrakte auf Indizes der weltweit wichtigsten Aktienmärkte: Dow Jones, Euro Stoxx 50, FTSE 100, Nasdaq 100, Nikkei 225 sowie Standard & Poors 500. Ziel des Produktes ist es, über den An- und Verkauf von Futures, standardisierten Terminkontrakten, in diesen fünf genannten Aktienindizes stabile absolute Erträge zu erzielen.

Hedge Funds propagieren absolute Erträge, während sich traditionelle Investmentfonds an Messlatten wie Aktienindizes orientieren.

Die Informationen für die Anlageentscheidungen des WestLB-Zertifikats liefert das von Siemens entwickelte Fin4Cast-Computersystem. Auf diese Weise wird emotionsgeleitetes menschliches Handeln durch computergestützte Handelsdisziplin ersetzt.

Auch die Deutsche Bank - größter Anbieter von Hedge-Funds-Produkten in Deutschland - wird ihr Engagement weiter ausbauen. Bislang verwaltet das Institut nach Angaben von Kim Gayer, Leiter des Bereichs Global Equity Derivatives - Structured Products in London, im Hedge-Funds-Bereich weltweit ein Depotvolumen von weit mehr als 12 Mrd. $. Davon entfallen rund 10 Mrd. $ auf die USA und 2 Mrd. $ auf Europa.

Die Deutsche Bank hat für ihre institutionellen Investoren eine Plattform für so genannte "Managed Accounts" entwickelt, die mehr Transparenz bieten soll. Auf dieser Plattform führt sie separate Einzelkonten, deren Verwaltung durch Dritte auf Basis zuvor definierter Richtlinien im Namen und für Rechnung des Investors erfolgt. Der Investor erhält so die Möglichkeit der täglichen Überwachung und der vollen Kontrolle über sein Vermögen. Auf dieser Basis wolle man "Unit Investment Trusts" mit Sitz in Jersey und Notierung an der Börse Dublin schaffen.

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